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Das Töten unter freiem Himmel geht weiter

Der Zürcher Bauer Nils Müller hat schon elf Rinder mit gezieltem Kopfschuss draussen auf der Weide getötet – und er darf damit fortfahren.

Hat extra die Jägerausbildung gemacht: Bauer Müller mit seinen Tieren. Bild: Dominique Meienberg
Hat extra die Jägerausbildung gemacht: Bauer Müller mit seinen Tieren. Bild: Dominique Meienberg

Als Nils Müller erstmals ein Rind draussen auf der Weide tötete, sorgte das für viel Aufsehen – und für einige Kritik. Der Biobauer bekam von den Behörden strikte Auflagen und nur eine Bewilligung auf Probe: Zehn Mal dürfe er das machen. Inzwischen hat auf der Weide am Küsnachter Berg aber auch ein elftes Rind sein Leben gelassen.

Laut der Zürcher Kantonstierärztin Regula Vogel hat Müller die Bewilligung erhalten, seine unkonventionelle Methode auch in Zukunft anzuwenden. Sie bestätigt damit eine Meldung des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes. Für den Bauern gelten die selben strikten Bedingungen wie zuvor. So müssen unter anderem ständig ein Tierarzt und ein Metzger anwesend sein. Zudem gibt es Hygieneauflagen und Vorkehrungen zur Sicherheits. Aus administrativen Gründen ist auch die neue Bewilligung zeitlich begrenzt.

Weniger Stress für die Tiere

Müller und seine Frau haben auf ihrem Bauernhof «Zur Chalte Hose» fürs Schlachten eine kleine, separate Koppel eingerichtet. Von einem angrenzenden Hochsitz aus nimmt der Landwirt das ausgewählte Tier aus kurzer Distanz ins Visier. Er hat dafür extra eine Jägerausbildung absolviert. Der Bauer betäubt seine Rinder mittels Kugelschuss und lässt sie dann sofort ausbluten, um ihren Tod sicherzustellen. Anschliessend werden die Rinder zur weiteren Verarbeitung sofort in ein nahe gelegenes Kleinschlachtlokal gebracht.

Das Schlachten auf der Weide erspart den Tieren den Transport, das Eingesperrtsein auf dem Schlachthof sowie den Kontakt zu Menschen und fremden Artgenossen. Dies soll dem Tier Stress ersparen, was nicht zuletzt die Fleischqualität erhöhe. Bestätigt hat sich das laut dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), das Müller unterstützt, bei einer Messung der Blutwerte in der Pilotphase. «Die Laktatwerte bestätigen, dass die prämortalen Belastungsfaktoren bei der Weideschlachtung minimiert werden.»

SDA/hub

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