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Der 450-Millionen-Mann tritt per sofort zurück

Der Zürcher Kantonsbaumeister Stefan Bitterli gibt sein Amt nach 16 Jahren ab – per sofort. Über die Gründe des raschen Abgangs kann derzeit nur spekuliert werden.

Koordinierte rund 600 Bauprojekte gleichzeitig: Kantonsbaumeister Stefan Bitterli.
Koordinierte rund 600 Bauprojekte gleichzeitig: Kantonsbaumeister Stefan Bitterli.
Sophie Stieger

Die Medienmitteilung von heute Dienstag ist knapp gehalten: «Kantonsbaumeister Stefan Bitterli verlässt die Baudirektion». Er habe sich nach 16 Jahren entschieden, sich einer neuen Aufgabe ausserhalb der Baudirektion zu widmen. Der 63-jährige Bauingenieur und Betriebsökonom Hans-Rudolf Blöchlinger übernimmt die Leitung des Hochbauamts ad interim.

Hellhörig macht, dass Bitterli das Hochbauamt per sofort verlässt. Noch im Frühsommer dieses Jahres sagte Bitterli gegenüber dem TA in einem kritischen Bericht über seine Person, er wolle seinen Job noch bis 65 ausführen. Gründe für den raschen Abgang nennt der Kanton derzeit nicht, Baudirektor Markus Kägi (SVP) will sich erst am Nachmittag zur Personalie äussern.

Interessiert und kompetent oder dünnhäutig und selbstherrlich?

In seinem Amt verplante Bitterli jährlich 450 Millionen Franken, leitete ein Team von 120 Mitarbeitern und koordinierte rund 600 Bauvorhaben gleichzeitig. Bitterli geriet unter anderem in die Kritik, als er 2009 die Kostenexplosion für das Polizei- und Justizzentrum verkünden musste. Später liefen auch die Kosten für das Massnahmezentrum Uitikon aus dem Ruder.

Dazu sagte Kantonsrat und Planungsfachmann Thomas Hardegger (SP) gegenüber dem TA: «Die Projektsteuerung hat versagt.» Auch Politiker äusserten sich kritisch gegenüber Bitterli. Er gilt als dünnhäutig und selbstherrlich. Unter Gleichgesinnten genoss er dagegen den Ruf eines interessierten Gesprächspartners und guten Fachmanns.

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