FCZ rettet Stadtkasse vor Horrorszenario

Halbierte Miete für den FCZ und kein Siegerzuschlag von GC. Die Stadionmiete für den Letzigrund fiele dieses Jahr besonders tief aus – wäre da nicht die Europa League.

Action, die einschenkt: Für Europa-League-Spiele wie jenes vom 24. November 2016 gegen Spaniens Villarreal bezahlt der FC Zürich 100'000 Franken Miete an die Stadt.

Action, die einschenkt: Für Europa-League-Spiele wie jenes vom 24. November 2016 gegen Spaniens Villarreal bezahlt der FC Zürich 100'000 Franken Miete an die Stadt. Bild: Ennio Lenaza/Keystone

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Seit der Saison 2015/16 haben die Zürcher Fussballclubs FCZ und GC einen neuen Mietvertrag für das Letzi­grund-Stadion. Er soll der Stadt mehr Einnahmen bringen, wenn die Clubs Erfolge feiern, und sie entlasten, wenn das Gegenteil der Fall ist.

Fast eine Million Franken mehr hätte die Stadt mit dem neuen Vertrag in der Saison 2009/10 eingenommen: Statt 1,27 Millionen Franken 2,22 Millionen. Damals erreichte der FCZ die Gruppenphase der Champions League und durfte Real Madrid, Olympique Marseille und die AC Milan im Letzigrund empfangen.

Defizit steigt

Doch von solchen Höhenflügen sind GC und der FCZ derzeit weit entfernt: Der FCZ verbrachte die Saison in den Tiefen der Challenge League. Die Grundpauschale hat der Stadtrat deshalb von 500'000 auf 275'000 Franken fast halbiert. Und GC hat es gerade einmal auf Platz 8 der Super League geschafft. Letztes Jahr – auf Platz 3 – wurden immerhin noch 175'000 Franken Sieger-Zuschlag fällig. (Wäre GC Meister geworden, hätte dies gar 300'000 Franken zusätzlich in die Stadtkasse gespült.)

Wegen der Fussballmisere rechnete die Stadt mit tiefroten Zahlen: Konnte Urs Schmidig, Chef des Sportamtes, in der Saison 2014/15 noch von mindestens 1'740'000 Franken Einnahmen ausgehen, rechnete er im Folgejahr noch mit 1 Million und in der zu Ende gegangenen Saison mit 775'000 Franken. Kein Wunder, erwartet Schmidig 2017 ein rekordhohes Defizit von 9'280'000 Franken im Letzigrund. Knapp 9 Millionen waren es 2016, 8'380'000 Franken im Jahr 2015.

Lichtblick FCZ

Für das steigende Defizit allein die strauchelnden Clubs verantwortlich zu machen, wäre aber zu kurz gegriffen – ebenso, den neuen Vertrag untauglich zu schimpfen. Denn der FCZ ist zwar abgestiegen, hat jedoch den Cupfinal gewonnen, weshalb er in der abgelaufenen Saison drei Heimspiele in der Gruppenphase der Europa League absolvierte. Das generierte Mieteinnahmen von 100'000 Franken pro Spiel für die Stadt. Die 225'000 Franken Mietreduktion, die man dem Club gewährte, hat er somit mehr als kompensiert. Insgesamt zahlten die beiden Zürcher Clubs knapp 1,1 Millionen Franken Miete.

Sowieso ist mit Besserung zu rechnen: Ab Saison 2017/18 zahlt der FCZ – zurück in der Super League – wieder mindestens 500'000 Franken Miete im Letzigrund. Plus allfällige Zuschläge gemäss Super-League-Vertrag, wie Sportamtschef Schmidig bestätigt.

Auch sollte es für den FCZ ein Leichtes sein, das Geld für die höhere Miete einzuspielen. Denn entgegen den Befürchtungen (die unter anderem Grund für den reduzierten Mietzins waren) hat der Club die Zuschauerzahlen in der Challenge League nicht nur halten können, sondern gar gesteigert: 160'0000 Eintritte verzeichnete der Club im vergangen Jahr – 4000 mehr als in der Saison davor. Obwohl er ein Spiel weniger im Letzigrund absolvierte. Eine Entwicklung, die Schmidig «sehr erfreulich» findet.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.06.2017, 12:36 Uhr

Zahlen für das Jahr 2015/2016. Für die abgelaufene Saison hat der Stadtrat dem FCZ statt der 500'000 Franken Pauschale eine Reduktion auf 275'000 Franken gewährt.

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