Zum Hauptinhalt springen

Hunde, wie gemacht fürs Foto

Zürich stimmt am Wochenende über die Abschaffung der obligatorischen Hundekurse ab. Wir haben Politikerinnen und Politiker mit Hund porträtiert.

Zwei, wie Selfie-Points

Roger Bartholdi mit den Landseern Quirin und Duran (r.)

Ist Roger Bartholdi mit dem Velo in der Stadt unterwegs, und das ist der SVP-Gemeinderat fast immer, dann kommt er schnell voran. Der Mann läuft Ultraläufe, irre lang und irre weit. Ist Roger Bartholdi mit Duran und Quirin in der Stadt unterwegs, den Landseern, gross wie Kälber, geht es weniger zügig voran. Zwei wandelnde Selfie-Points führt er da an der Leine.

Und das Hundegesetz?

Roger Bartholdi wird Ja stimmen, es sei der falsche Weg, alle zu einem Hundekurs zu zwingen. Zwang bedeute Widerwille, bedeute Nutzlosigkeit.

----------

Wie Punks

Laura Huonker und Suza.

Mensch und Hund, Laura Huonker und Suza, AL-Kantonsrätin und Strassenmischling. Vor allem: Punk und Punk. Heute bewegen sich die beiden ganz selbstverständlich stets zu zweit durch die Stadt.

Suza ist ungefähr acht, 2014 hat sich Huonker ihres «Seelchens» aus Rumänien angenommen. «Ganz süüferli» haben sich die beiden angenähert, es brauchte Zeit, Geduld, Zuversicht, den Besuch einer Hundeschule auch, damit aus der Gemeinschaft eine Freundschaft entstand.

Und das Hundegesetz?

Laura Huonker wird Nein stimmen. Weil sie die Hunde­kurse gut findet, wo sich Hund und Halterin aufeinander einlassen und miteinander kommunizieren lernten.

----------

Einer schnarcht

Urs Fehr und seine drei Hunde.

Da schlenderte Urs Fehr durch die Stände und Bahnen am Knabenschiessen und sah einen dieser Bearded Collies. Das Tier gefiel ihm, was sein Herrchen über den Hund erzählte, ebenso.

1995 tat er sich seinen ersten Hund zu, heute besitzt der SVP-Gemeinderat drei Tiere, es sind seine Hunde drei, vier und fünf. Sie seien, sagt Fehr, sein Kinderersatz. Er habe sich bewusst für Hunde und gegen Kinder entschieden. «Weil Hunde nicht kiffen, nicht saufen, nicht lügen, nicht motzen und sich ehrlich freuen, wenn ich am Abend nach Hause komme.» Er habe sich bewusst für Schottische Hirtenhunde entschieden, weil sie nicht jagten, nicht haarten und todlieb seien. Das grösste «Problem» mit seinen drei: Jason schnarche derart, dass er ihn regelmässig aus dem Schlafzimmer schmeissen müsse, «dann weint er vor der Türe so herzzerreissend, dass ich ihn bald wieder reinlasse . . .»

Und das Hundegesetz?

Da sei man nach dem Vorfall in Oberglatt über das Ziel hinausgeschossen, findet Urs Fehr. Man müsse das Hundegesetz dringend entrümpeln, deshalb: Ja. Das Thema sei hier Eigenverantwortung, und schwarze Schafe erreiche man mit einem solchen Kurs sowieso nicht.

----------

Das Pony fehlt

Rosmarie Quadranti und Yuky.

Als Rosmarie Quadranti mit Zeichnen begann, zeichnete sie Wunschzettel. Die Zeichnungen wurden mit den Jahren besser, der Wunsch blieb stets derselbe: Rosmarie Quadranti träumte von einem Pony und einem Hund. Sie musste sich gedulden. 1983 heiratete sie, mit der Ehe kam der Hund und kamen die Kinder.

Yuky, die vierjährige Berner Sennenhündin, ist der vierte Hund der BDP-Nationalrätin aus Illnau. Die Hündin, sagt Quadranti, 61-jährig, passe zu ihrem Alter: Sie sei ruhig, gutmütig, «kein Powerhund».

Und das Hundegesetz?

«Soll so bleiben, wie es ist, deshalb Nein», sagt Rosmarie Quadranti. Bringt es etwas, wenn Hündeler unfreiwillig solche Kurse besuchen müssen? Die Frage sei falsch gestellt, findet die BDP-Frau: «Jeder Hund hat Anrecht auf einen solchen Kurs, ob der Halter nun will oder nicht.»

----------

Nur drinnen ohne Leine

Monika Wicki und Meilo.

Es brauchte ein Foto und Monika Wicki verliebte sich in den Hundewelpen. Es brauchte weitere sechs Monate und ­einige Begegnungen, bis sich ­Wicki die Liebe eingestand. Das war vor bald sieben Jahren, heute könnte sich die SP-Politikerin ein Leben ohne Meilo, diese ­Mischung aus Königspudel und Yorkshire Terrier, kaum mehr vorstellen.

Einmal musste sie sich das vorstellen: Als sie den Hund im Wald laufen liess, dieser seinem Jagdtrieb folgte und sein Frauchen stehen liess. «Ich stand da mehr als eine Stunde und machte mir Vorwürfe», sagt Wicki. Bis Meilo doch noch zurückkehrte. Es habe eine Zeit lang gedauert, bis sie sich auch das eingestanden habe: Der Hund bleibt an der Leine.

Und das Hundegesetz?

Monika Wicki stimmt Nein. Weil sie überzeugt sei, dass die Kurse die Sicherheit der Leute und der Tiere verbessere. Auch wenn sie sich in der Sache ein bisschen mehr Augenmass wünscht. Weil Königspudel im Stammbaum, fällt selbst ihr Hündchen in die Kategorie Grosshunde.

Fotos: Urs Jaudas und Dominique Meienberg

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch