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Der Meister der Work-Life-Balance

Markus Greter schafft das Ungewöhnliche: Er hat vier Jobs und daneben auch noch viel Freizeit. Sein Arbeitgeber ist dafür mit einem Preis belohnt worden.

Auszeit in der Salzwüste: Markus Greter kann dank seinem ausgezeichneten Arbeitgeber immer wieder längere Zeit Ferien nehmen. (Video: Anja Metzger)

Zwei Hotels, eine Bar und wochenlange Velotouren konkurrieren mit dem 60-Prozent-Pensum von Markus Greter. Wie der Grafikleiter das vereinbart, erklärt er im Video: «Für mich ist es ganz normal, dass ich mal am Abend bis um 22 Uhr arbeite, sei es für den Verlag oder für einen meiner privaten Betriebe.» Beim Hug-Verlag in Kilchberg gestaltet Greter unter anderem die Kinderzeitschrift «Junior». Er kann dabei ziemlich frei entscheiden, wie er sich die Arbeitszeit einteilt.

Jährlich drei Monate im Sattel

So flexibel wie Greter kann kaum ein Angestellter arbeiten. Ein- bis zweimal pro Jahr plant er eine Veloetappe, für die er jeweils sechs bis zwölf Wochen Ferien nimmt – teilweise unbezahlt. Seit 21 Jahren fährt Greter in Puzzleteilen um die Erde. Zwei Drittel, 82'000 Kilometer, hat er bereits geschafft. «Bis ich 60 bin, will ich das Projekt abgeschlossen haben. Da bleiben noch etwa elf Jahre», sagt Greter.

Für seine langen Abwesenheiten ist er jeweils nicht nur auf den Arbeitgeber, sondern auf das ganze Team angewiesen. «Dann müssen auch meine Mitarbeiter ihre Arbeiten zum Teil früher fertig haben.» Mindestens ein halbes Jahr im Voraus wird geplant, damit eine solche Abwesenheit vorbereitet ist. Wenn trotzdem etwas dringend ist, «gibt es halt Telefongespräche zwischen Vietnam oder Peru und dem Verlag».

Flexibilität wird belohnt

«Mitarbeiter wie mich verträgt es nicht allzu viele pro Betrieb», sagt Greter. Für den Hug-Verlag war das Arbeitsmodell ihres Grafikleiters tatsächlich nicht immer einfach. «Vor sechs oder sieben Jahren war es mal auf der Kippe», erzählt Greter im Video. Damals stellte man ihn vor die Entscheidung, sein Veloprojekt zu verfolgen oder für den Verlag zu arbeiten.

Greters überdurchschnittliche Arbeitsleistung rettete schliesslich das Arbeitsverhältnis. «Ich weiss ganz genau, wenn Markus Greter hier ist, gibt er Vollgas. Dann nimmt man in Kauf, dass man anders organisieren muss, wenn er nicht da ist», sagt Geschäftsleiter James Rymer Hug. Der Hug-Verlag macht nicht nur für den Grafikleiter, sondern auch für andere Mitarbeiter spezielle Arbeitsmodelle möglich. Dafür wurde er heute mit dem Prix Balance ausgezeichnet.

Verliehen wird der Preis von der Zürcher Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann. Ausgezeichnet werden verschiedene Unternehmen, die besonderen Wert darauf legen, dass ihre Mitarbeiter Beruf, Familie und eigene Projekte miteinander vereinbaren können.

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