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Der nächste Abweichler in der SVP

Der Zürcher SVP-Nationalrat und Gewerbeverbands-Präsident Bruno Zuppiger will nicht gegen die Personenfreizügigkeit anschimpfen. Gerade die Bilateralen garantierten der Schweiz Unabhängigkeit und Wohlstand.

Einwanderung kontrollieren ja, aber nicht mit der Initiative seiner Partei: SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger.
Einwanderung kontrollieren ja, aber nicht mit der Initiative seiner Partei: SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger.

SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger, Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes, stellt sich hinter die Personenfreizügigkeit mit der EU, wie der «Sonntags Blick» berichtet. Damit geht Zuppiger auf Konfrontationskurs mit seiner Partei: Die SVP zieht bekanntlich mit der Volksinitiative «gegen Masseneinwanderung» in den Wahlkampf. Die Schweiz, so die Forderung der Rechtspartei, müsse wieder Einwanderungskontingente einführen – auch wenn dadurch die bilateralen Verträge aufgekündigt werden müssten.

«Die Initiative schiesst übers Ziel hinaus», sagt Zuppiger, der im Parlament die Personenfreizügigkeit stets befürwortet hat. Man dürfe die bilateralen Verträge mit der EU auf keinen Fall aufs Spiel setzen. «Wenn wir dies tun, drohen uns der Verlust an Unabhängigkeit und Eigenständigkeit sowie grosse und irreversible Schäden für den Wirtschaftsstandort Schweiz», sagt Zuppiger im «Sonntags Blick».

Persönliche Meinung

Zuppiger betont im «Sonntags Blick» jedoch, diese Einschätzung sei seine persönliche Meinung. Der Hinwiler lehnt sich wohl nicht ganz freiwillig so weit aus dem Fenster, sondern scheint auf Kritik aus den Reihen der FDP und des Gewerbeverbands zu reagieren. Der Gewerbeverbands-Präsident müsse sich entscheiden, hatte der Zürcher FDP-Nationalrat Ruedi Noser ebenfalls im «Sonntags Blick» gefordert: «Zuppiger muss an vorderster Front gegen die SVP-Initiative antreten. Wenn er das nicht kann, muss er zurücktreten.»

Zuppiger ist darum bemüht, keine verbrannte Erde zurückzulassen. Denn offen will er das SVP-Wahlkampfprojekt nicht bekämpfen. Die Initiative habe die richtige Stossrichtung, sagt er dem «Sonntags Blick»: «Eine Masseneinwanderung, wie wir sie in den letzten Jahren erlebt haben, zerstört das System Schweiz.» Er fordert eine Nachbesserung des Vertrages über die Personenfreizügigkeit.

Zuppiger ist neben Stadler-Rail-Chef Peter Spuhler, Hansruedi Wandfluh und Ständerat Alex Kuprecht bereits der vierte Vertreter des SVP-Wirtschaftsflügels, der die Initiative «gegen Masseneinwanderung» inhaltlich kritisiert.

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