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Es kommt zum Prozess gegen «Carlos»

Der junge Straftäter muss sich in gut drei Wochen erstmals als Erwachsener vor Gericht verantworten – mit einem prominenten Anwalt auf seiner Seite.

Er wird «Carlos» verteidigen: Anwalt Marcel Bosonnet. Bild: Nicola Pitaro
Er wird «Carlos» verteidigen: Anwalt Marcel Bosonnet. Bild: Nicola Pitaro

Am 28. August steht am Bezirksgericht Dietikon ein öffentlicher Strafprozess gegen den jugendlichen Straftäter an, der als «Carlos» bekannt geworden ist. Laut einem Bericht der «NZZ» sitzt dieser dort erstmals als Erwachsener auf der Anklagebank.

Vorgeworfen werden «Carlos» zwei Vergehen: Einerseits die schweren Sachbeschädigungen, die er im Frühjahr 2014 im Massnahmezentrum Uitikon angerichtet hat. Er verwüstete dort mehrere Zellen, nachdem ihn die Zürcher Justizdirektion im Zug der öffentlichen Empörung über sein Sondersetting dort eingesperrt hatte – dieses Vorgehen der Behörden wurde später vom Bundesgericht kritisiert. Andererseits geht es um jenen Vorfall an der Langstrasse, wegen dem der knapp 20-Jährige später erneut verhaftet wurde. Er soll dort einen anderen Mann mit einem Messer bedroht haben.

Der Staatsanwalt verlangt eine unbedingte Freiheitsstrafe von 11 Monaten, die aber zugunsten einer ambulanten Behandlung aufzuschieben sei. «Carlos» soll also einmal mehr therapiert werden, diesmal einfach unter den Bedingungen, die für Erwachsene gelten.

Der doppelte «Carlos»

Verteidigen wird ihn vor Gericht der Zürcher Anwalt Marcel Bosonnet. Dieser ist unter anderem zu Prominenz gelangt, weil er vor wenigen Jahren in Frankreich einen noch berühmteren Klienten mit dem gleichen Pseudonym verteidigt hat: den venezolanischen Terroristen Ilich Ramírez Sánchez, der als «Carlos» in den Siebziger- und Achtzigerjahren diverse Anschläge verübte und deshalb zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

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