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Deutschkurs obligatorisch

Im ganzen Kanton sollen Kinder, die vor dem Kindergarten kaum Deutsch können, Sprachkurse besuchen.

Wurde schon 2012 im Hort Spitz in Kloten ausprobiert: Deutschkurs für Vorkindergärtler (und deren Eltern).
Wurde schon 2012 im Hort Spitz in Kloten ausprobiert: Deutschkurs für Vorkindergärtler (und deren Eltern).
Reto Oeschger

Der Zürcher Kantonsrat hat heute Montag eine parlamentarische Initiative der SP mit der Forderung nach obligatorischen Deutschkursen mit 105 Stimmen vorläufig unterstützt.

Eine Motion der FDP mit einer ähnlichen Forderung wurde hingegen mit 99 zu 69 Stimmen abgelehnt. Die parlamentarische Initiative will gesetzlich verankern, dass Vorschulkinder mit ungenügenden Deutschkenntnissen während eines Jahres an zwei halben Tagen pro Woche eine Einrichtung mit integrierter Sprachförderung besuchen müssen.

Für mehr Chancengleichheit

Der Beherrschung der Schulsprache komme eine zentrale Rolle für den Schulerfolg und damit für die Bildungschancen der Kinder zu, sagte Mitinitiant Moritz Spillmann (SP, Ottenbach). Ungleiche Startbedingungen der Kinder zögen sich nicht nur durch die gesamte Schullaufbahn, sondern verstärkten sich im Laufe der Schulzeit noch.

Um die Chancenungleichheit minimieren zu können, soll es gemäss der Initiative allen Kindern ermöglicht werden, sich beim Eintritt in den Kindergarten in der Schulsprache verständigen zu können. Notfalls müsse die Schulpflege ein Obligatorium durchsetzen.

Den Eltern müsse aber freigestellt werden, auch andere als die offiziellen Institutionen zu nutzen, beispielsweise eine Kita mit entsprechender Sprachförderung.

«Nachhaltige Investition»

Für die Deutschkurse sprächen nicht nur bildungspolitische, sondern auch volkswirtschaftliche Argumente, sagte Karin Fehr (Grüne, Uster). EDU-Sprecher Hans-Peter Häring (Wettswil a. A.) sprach von langfristigen und nachhaltigen Investitionen. Es gehe aber vor allem darum zu verhindern, dass die Kinder zu Aussenseitern würden.

Cornelia Keller (BDP, Gossau) zweifelte zwar nicht den Wert von Deutschkenntnissen vor dem Kindergarteneintritt an, warnte aber vor «noch mehr Angeboten zulasten der Schulgemeinden und damit der Steuerzahler».

Bei der Integration der Vorschulkinder sei «die Eigenverantwortung der Eltern gefordert», fügte Rochus Burtscher (SVP, Dietikon) an. Sein Parteikollege Matthias Hauser (Hüntwangen) wehrt sich gegen «staatliche Eingriffe» vor der Kindergartenzeit. Die Kindergartenkinder hätten noch genügend Zeit, Deutsch zu lernen.

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