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Die Agglo ist Zürich was wert

Mit der vom Parlament abgesegneten Investition in eine Stadtbahn tut der Kanton nicht nur dem Limmattal einen Gefallen, sondern auch sich selbst.

So freudig hat der Zürcher Kantonsrat noch nicht oft so viel Geld ausgegeben. Mit nur vier Gegenstimmen hat er gestern 510 Millionen Franken für eine Stadtbahn im stark wachsenden Limmattal gesprochen. Das ist in der angespannten Finanzlage nicht selbstverständlich. Aber es ist konsequent: Um die weitere Zersiedlung zu verhindern, hat derselbe Kantonsrat nämlich im Richtplan Regionen bezeichnet, in denen verdichtet gebaut werden soll – allen voran das ­Limmattal. Damit diese städtebaulichen Hochburgen nicht im Verkehr versinken, braucht es leistungsfähige Verkehrsträger und Umfahrungsstrassen.

Das grosse Wohlwollen im Kantonsrat zeigte aber generell eine sich anbahnende neue Sicht auf die ­Agglomeration. Wurde sie von Stadt und Land lange naserümpfend als hässlich und notwendiges Übel abgetan, spricht man plötzlich von «dynamischen Stadtlandschaften». Hier sollen achtzig Prozent des Be­völkerungs­wachstums stattfinden. Die Agglo wird vom Unort zum Stadtteil. Der lange belächelte Werbespruch «Schlieren – wo Zürich Zukunft hat» wird ­immer wahrer. Der Kanton tut daher mit diesem Gross­projekt nicht in erster Linie dem Limmattal einen Gefallen, sondern sich selbst.

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