Die Bettler sind zurück

Die Zürcher Verkehrsbetriebe hatten mehrere Jahre Ruhe – nun nehmen die illegalen Musiker in den Trams zu. Und auch die Zahl der Bettler steigt wieder.

Bettler wie dieser gehen in Bahnhofsnähe oft in Banden auf Tour.

Bettler wie dieser gehen in Bahnhofsnähe oft in Banden auf Tour. Bild: Keystone

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In den Trams der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) fahren derzeit ungewöhnlich viele Musikanten, die nach ihrem Ständchen mit der hohlen Hand durch die Sitzreihen gehen. Wie Sprecher Andreas Uhl sagt, herrschte diesbezüglich in den vergangenen Jahren Ruhe. «Jetzt stellen wir aber eine deutliche Zunahme solcher Meldungen fest und die Dunkelziffer ist hoch.»

Anders als zuvor handle es sich bei den Musikern nicht vornehmlich um Menschen aus dem Osten Europas. «Es sind Personen von allen Kontinenten.» Uhl führt die Zunahme auf «jahreszeitliche Schwankungen» zurück. Dem Phänomen hafte heutzutage oft auch ein Reiseaspekt an. «Es handelt sich oft um einen Lebensstil, den diese Menschen bewusst suchen.»

Anzahl Bettler steigt

Obschon die Transportvorschriften der VBZ musizieren und betteln verbieten, lassen sich die Musikanten laut Uhl nur schwer erwischen. «Einerseits werden sie etwa in Anhängerfahrzeugen vom Tramfahrer kaum wahrgenommen.» Andererseits blieben sie oft nur wenige Stationen im selben Fahrzeug. «Bis wir die Polizei aufgeboten haben und diese eintrifft, sind sie meist schon über alle Berge.»

Michael Wirz, Sprecher der Zürcher Stadtpolizei, bestätigt die Einschätzung der VBZ. «Wir beobachten diese Zunahme auch auf den Strassen.» Ebenfalls leicht gestiegen ist die Anzahl Bettler in Zürich. «Wir haben entsprechende Meldungen von unseren Fusspatrouillen erhalten.» Zudem beklagten sich Anrainer bei den Ordnungshütern, weil sich Bettler nicht wegweisen liessen.

Bandenweise präsent

Die SBB verzeichnen grundsätzlich wiederkehrende Anstiege der Bettler in den Zürcher Bahnhöfen. «Die Entwicklungen sind wellenförmig. Die Bettler tauchen meist bandenweise an einem Ort auf, wo sie eine Zeit lang ihr Glück versuchen und dann wieder weiterziehen.»

Falle einer der Bahnhöfe diesbezüglich auf, änderten die SBB den Dienstplan ihrer Sicherheitsleute. «Sie zeigen dann am betroffenen Ort stärker Präsenz.»

Erstellt: 30.07.2015, 12:05 Uhr

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