Zürichs Bürgerliche stehen vor einer Abwehrschlacht

Nachdem Thomas Heiniger (FDP) seinen Rücktritt angekündigt hat, sind die Regierungsratswahlen lanciert. Es könnte spannend werden.

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Nun ist klar, was seit Wochen in der Luft lag. Der 61-jährige Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger von der FDP wird seine Politkarriere in einem Jahr beenden. Er macht damit den Weg frei für die vielen freisinnigen Interessenten auf einen Sitz in der Zürcher Regierung. Doch längst haben auch andere Parteien, insbesondere Grünliberale und Grüne, ein Auge auf Heinigers Sitz geworfen.

Es sind aber nicht nur die Freisinnigen, die sich im nächsten Frühling auf harte Angriffe von links und halblinks einstellen müssen. Erfolgsversprechender wird der Angriff auf den zweiten SVP-Sitz sein, der mit dem erwarteten Rücktritt von Baudirektor Markus Kägi frei werden dürfte. Wie sehr die Volkspartei schwächelt, ist bei den Gemeindewahlen deutlich geworden. Sie verliert nicht nur Stimmen in den Städten, sondern auch in der Agglo und gar weit draussen auf dem Land.

Für CVP wirds schwierig

Nicht einfach wird es auch für die dritte bürgerliche Kraft, die CVP. Sie kann zwar mit Silvia Steiner auf eine bisherige Regierungsrätin zählen, welche als Bildungsdirektorin vier Jahre lang solide Arbeit geleistet hat. Doch die CVP ist für die Verteidigung ihres Sitzes auf viele Fremdstimmen angewiesen. Das hat vor sieben Jahren CVP-Regierungsrat Hans Hollenstein erfahren müssen, als er entgegen aller Umfragen zwischen den Blöcken unterging und abgewählt wurde.

Ob der Angriff auf die bürgerliche Mehrheit in der Kantonsregierung erfolgreich sein wird, hängt hauptsächlich von den Kandidaten ab, welche Freund und Feind ins Rennen schicken. Bei den Freisinnigen heisst der Kronfavorit Thomas Vogel. Er gilt als umgänglich und hat über die Parteigrenzen hinaus einen guten Ruf. Allerdings muss er sich erst gegen starke parteiinterne Konkurrenz durchsetzen. Die Rede ist von den Kantonsräten Martin Farner und Jörg Kündig. Eine Frauenkandidatur zeichnet sich derzeit nicht ab, da mit Carmen Walker Späh bereits eine Frau in der Regierung sitzt.

Wer kandidiert bei der GLP?

Bei der SVP wird am häufigsten der Name von Nationalrat Bruno Walliser genannt. Er hat sich zwar als Gemeindepräsident von Volketswil und als Kantonsratspräsident einen Namen gemacht, doch ein politisches Schwergewicht ist er nicht. Gute Wahlchancen hätte Nationalrätin Natalie Rickli, doch sie hat sich für ein Zürcher Regierungsamt bisher nicht vorgedrängt.

Interessant ist vor allem, wen die Grünliberalen ins Rennen schicken. Sie haben sich als politische Kraft im Kanton Zürich endgültig etabliert. Das zeigt die glanzvolle Wahl von Andreas Hauri in den Zürcher Stadtrat, aber auch in der Agglomeration und auf dem Land hat die GLP diverse Exekutivämter erobert.

Am Montag wird sie ihre Namen präsentieren. Ein heisser Kandidat ist Parteipräsident Thomas Maier. Genannt wird auch Nationalrätin Tiana Angelina Moser, doch sie hat vor einem Jahr eine Stadtratskandidatur abgelehnt wegen ihrer schulpflichtigen Kinder. Ambitionen werden auch Kantonsrätin Judith Bellaiche nachgesagt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.05.2018, 14:10 Uhr

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