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«Die Erfüllung des Leistungsauftrags des Unispitals ist gefährdet»

Die Stadt Zürich verbietet dem Universitätsspital, ein sechsgeschossiges Provisorium zu bauen. Der Kanton reagiert mit scharfen Worten.

Die Baugespanne im Spitalpark zeigen die Dimensionen des temporären Ersatzbaus.
Die Baugespanne im Spitalpark zeigen die Dimensionen des temporären Ersatzbaus.
Pascal Unternährer
Der Spitalpark ist bei der Bevölkerung kaum bekannt.
Der Spitalpark ist bei der Bevölkerung kaum bekannt.
Pascal Unternährer
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Das Zürcher Universitätsspital kann nicht wie geplant saniert werden: Die Stadt Zürich hat entschieden, den temporären Übergangsbau im Park nicht zu bewilligen. Der sechsgeschossige Bau würde das Areal über Jahrzehnte «massiv beeinträchtigen».

Das für zwanzig Jahre geplante Provisorium sei in einer Freihaltezone geplant, schreibt die Stadt in einer Mitteilung vom Dienstag. Der Park sei jedoch denkmalpflegerisch wertvoll und auch für das Quartier äusserst wichtig. Er habe als «grüne Lunge» eine wichtige Funktion.

Nach Ansicht der Bausektion der Stadt müssten die benötigten Flächen nicht zwingend an diesem Standort gebaut werden. Der Kanton Zürich selbst habe zu einem früheren Zeitpunkt einen möglichen Alternativstandort ins Spiel gebracht. Der Modulbau soll 89 Millionen Franken kosten.

«USZ vor grossen Problemen»

Die Kantonsregierung reagiert mit scharfen Worten auf den Entscheid: Der Regierungsrat «nimmt mit grossem Bedauern» zur Kenntnis, dass die Bausektion des Zürcher Stadtrats die Bewilligung verweigert habe, heisst es in der gemeinsamen Medienmitteilung von Baudirektor Markus Kägi und Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger. Das Provisorium hätte in erster Linie «dringend benötigte Ersatzfläche» für die Gebäudetrakte NUK I–III geschaffen.

Diese müssen laut der Kantonsregierung wegen ungenügenden Brandschutzes bis 2015 geschlossen werden. Für die Regierung ist klar: «Der Entscheid der Stadt stellt das USZ vor grosse Probleme.» Das Fehlen von 5400 Quadratmeter Betriebsfläche schränke den Spitalbetrieb stark ein. Das Fazit: «Die Erfüllung des Leistungsauftrags in universitärer Medizin ist gefährdet.»

Der Kanton führt weiter aus, der Stadtrat habe im Gegensatz zum Regierungsrat den auf 20 Jahre befristeten Eingriff in den Spitalpark höher gewichtet als die «dringlichen baulichen Bedürfnisse für einen zeitgemässen, wirtschaftlichen Spitalbetrieb». Ausserdem sei der Stadtrat der Ansicht, der Modulbau müsse nicht zwingend am vorgesehenen Standort realisiert werden.

«Unvollständige Papiere»

Er weise auf einen angeblichen Alternativstandort an der Gloriastrasse hin «und beruft sich dabei auf unvollständige Arbeitspapiere und Erläuterungen», heisst es in der Mitteilung des Kantons weiter. Der Regierungsrat weist dies klar zurück und hält daran fest, dass der provisorische Modulbau zwingend in nächster Nähe zu Notfall, Operationssälen, Magnetresonanz-Zentrum und Helikopterlandeplatz liegen muss.

Für den Regierungsrat ist dies eine Schwächung des Medizinstandorts Zürichs und «inakzeptabel». Der Entscheid stehe zudem im Widerspruch zu den Strategien 2025 der Stadt Zürich und den Richtlinien der Regierungspolitik 2012–2015 des Kantons Zürich. «Der Regierungsrat wird deshalb gegen den Entscheid beim Baurekursgericht rekurrieren», teilen Kägi und Heiniger mit.

Eine Bewilligung erteilte die Stadt lediglich für den Bau einer neuen Technikzentrale. Sie wird rund 38 Millionen Franken kosten. Die Gesamterneuerung des Unispitals dürfte insgesamt 2,84 Milliarden Franken kosten. Dazu kommt ein Sanierungsaufwand von zusätzlichen 750 Millionen Franken.

SDA/ep

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