«Die ETH muss schneller auf den Klimawandel reagieren»

Der Hochschulrat plant ein Institut von «Weltklasseformat». Ratspräsidentin Beth Krasna erklärt, was das mit dem Klimawandel zu tun hat.

Die Standorte der beiden Institute WSL und Eawag.


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Weshalb möchte der ETH-Rat bestehende Institute auflösen?
Das Ziel ist nicht die Auflösung. Wir wollen in erster Linie ein Center aufbauen, das im Bereich Klimawandel und Nachhaltigkeit Weltklasse ist. Dafür haben wir den Arbeitstitel «Swiss Federal Institute of Technology for Environment and Sustainability» gesetzt.

Sie sprechen von einem ersten Schritt. Werden künftig noch weitere Institute oder Departemente in dieses Center involviert?
Wir hoffen, dass andere Forschende, zum Beispiel Umweltwissenschaftler, sich beteiligen.

Was hat das neue Institut mit dem Klimawandel zu tun?
Er ist die grösste Herausforderung unserer Zeit. Wir haben im ETH-Bereich bereits heute die technischen Möglichkeiten, um Lösungen für diese Probleme zu erarbeiten. Unsere Forschung muss aber agiler auf aktuelle Vorkommnisse reagieren können, Resultate müssen schneller veröffentlicht werden können. Wollen wir wirklich top sein, dann braucht es mehr Interdisziplinarität und Agilität auf allen Ebenen.

In den Instituten geht die Angst vor Autonomieverlust um.
Die Standorte bleiben allesamt erhalten. Es gibt zurzeit noch Widerstand von Leuten, die sich stark mit ihren Instituten identifizieren. Sie können das «Big Picture» noch nicht sehen, weil das erst am entstehen ist. Wir sind im Moment daran, die Vision von neuen Centern zu erarbeiten. Im April sind wir wohl so weit. Ich bin sicher: Die Kritiker werden dann begeistert sein.

Einige Leute in den Instituten fühlen sich überrumpelt durch den Entscheid.
Die Direktoren der Institute waren seit zwei Jahren in den Planungsprozess involviert. Der strategische Entwurf ist jedoch Sache des ETH-Rates. Bei der Ausarbeitung werden die Direktorinnen und Direktoren Einfluss nehmen können.

Trotzdem fühlen sich einige übergangen.
Das Problem ist kulturell: In einer akademischen Institution diskutieren alle mit und sind es gewohnt selbstständig Entscheidungen zu treffen. Aber am Ende trifft in diesem Fall der ETH-Rat die Entscheidung. Für uns ist es wichtig, alle Meinungen zu berücksichtigen. Doch wir sind noch nicht so weit. Ab kommender Woche folgen zunächst die Gespräche mit den Direktorinnen und Direktoren.

Werden Stellen gekürzt?
Eine Personalreduktion ist nicht vorgesehen.

Wird es für die beiden Institute nur noch eine Direktion geben?
Vermutlich, ja. Aber das ist kein Stellenabbau.

Möchte der ETH-Rat mit der Fusion Kosten sparen?
Wir wollen unsere Tätigkeiten mit dem neuen Institut erweitern. Die Kosten werden eher höher sein.

Erstellt: 16.10.2019, 18:32 Uhr

Beth Krasna ist noch bis kommenden Februar ETH-Rats-Präsidentin ad interim.

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