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«Die Expo 2027 muss zwingend an einem einzigen Ort stattfinden»

Der Verein X-27 möchte 2027 auf dem Flugplatz Dübendorf die nächste Landesausstellung veranstalten. Präsident Peter Sauter erklärt das Projekt.

Mit Peter Sauter sprach Hannes Nussbaumer
Farbe auf dem Flugplatz: Auf diesem Gelände in Dübendorf soll nach dem Willen der X-27-Initianten die nächste Expo stattfinden.
Farbe auf dem Flugplatz: Auf diesem Gelände in Dübendorf soll nach dem Willen der X-27-Initianten die nächste Expo stattfinden.
PD/Schweizer Luftwaffe

2027 soll auf dem Gelände des Flugplatzes Dübendorf die nächste Landesausstellung stattfinden – genau 25 Jahre nach der Expo.02 in der Drei-Seen-Region. Diese Idee hat der Verein «X-27 Rendezvous der Schweiz» lanciert, hinter dem mehrheitlich ehemalige Expo.02-Macher stehen.

Das «X» im Projektnamen symbolisiere «die Kreuzung, das Schweizer Kreuz und das Zusammenspiel unserer Gesellschaft», sagen die Initianten. Die X-Chiffre zieht sich durch das inhaltliche Konzept des Expo-Teams. In den Pavillons und Arenen sollen Slogans wie «Schweiz x Welt», «Identität x Multikulturalität», «real x virtuell» oder «Wachstum x Zukunft» aufgenommen werden.

Neben dem Projekt X-27 in Dübendorf sind noch zwei weitere Expo-Projekte in Planung: Der Verein Svizra27 will die nächste Landesausstellung in die Nordwestschweiz holen. Eine Expo-Kandidatur planen auch die zehn grössten Schweizer Städte.

Welche Ideen stehen hinter dem X-27-Projekt? Warum gerade in Dübendorf? Und wie realistisch ist das Projekt? Darüber spricht Peter Sauter, Ausstellungsmacher und Präsident des Vereins X-27 mit Redaktion Tamedia.

Ihr Verein plant auf dem Flugplatz Dübendorf eine Landesausstellung. Warum ausgerechnet da?

Im Zentrum unserer Überlegungen steht der Begriff «Rendezvous». Das heisst: Unsere Ambition ist, dass die Menschen zusammenkommen, dass sie sich persönlich treffen. Das ist hier möglich. Zudem liegt Dübendorf auf der Grenze zwischen Stadt und Land und ist auch deshalb ideal. Schliesslich gehört der Flugplatz dem Bund, also allen Schweizerinnen und Schweizern.

Die letzte Landesausstellung hatte vier Standorte. Aktuell liegt zudem die Idee vor, dass die zehn grössten Schweizer Städte gemeinsam eine Expo durchführen könnten. Passen dezentrale Konzepte nicht besser zur Schweiz als zentrale?

Wenn man die Menschen zusammenbringen will, und das wollen wir unbedingt, dann muss die Ausstellung zwingend an einem einzigen Ort stattfinden.

Haben Sie eine persönliche Beziehung zum Dübendorfer Flugplatz?

Nein. Ausgangspunkt unserer Gedanken war ja auch nicht der Standort, sondern die Idee. Unsere Überlegungen begannen nach dem Nein der Ostschweizer Kantone zum Ostschweizer Expo-Projekt. Das Nein schuf ein Vakuum. In dieser Situation reifte bei uns die Überzeugung: Es muss doch möglich sein, in der Schweiz eine Expo zu realisieren. Wir haben ausführlich darüber nachgedacht, wie eine solche Ausstellung konzipiert sein müsste, und kamen so auf den «Rendezvous»-Begriff. Erst danach machten wir uns Gedanken zur Frage, an welchem Standort sich unsere Idee am besten realisieren lassen würde.

Haben Sie mit den Dübendorfer Behörden und der Flugplatzbetreiberin schon gesprochen?

Natürlich. Auch das gehört für uns zum «Rendezvous»-Konzept: Dass wir alle Involvierten – den Bund, den Kanton, die Gemeinde, den Flugplatz – früh ansprachen und mit den Betroffenen persönliche Gespräche führten. Wir sind davon überzeugt: Je grösser ein Projekt, umso wichtiger ist die direkte Kommunikation.

Wie waren die Reaktionen?

Alle waren begeistert von unserem Enthusiasmus. Und rundum wurde die direkte Kommunikation sehr geschätzt. Natürlich kamen dann auch alle Hürden und Herausforderungen zur Sprache, die es zu meistern gilt.

Auf dem einstigen Militärflugplatz ist ein Innovationspark geplant, zudem will der Bund die Zivil- und Businessfliegerei in Dübendorf ansiedeln. Und jetzt noch eine Expo. Wie soll das alles Platz haben?

Das gesamte Flughafenareal umfasst 230 Hektaren. Davon will der Innovationspark 70 Hektaren beanspruchen. Die Expo.02 umfasste total 50 Hektaren, die eigentliche Ausstellungsfläche betrug allerdings «nur» 7,5 Hektaren. Ich bin überzeugt: Wenn alles aneinander vorbeigehen soll, dann geht das – dann muss das möglich sein. Es hat auch in den vielen Gesprächen niemand absolut und radikal Nein zum Projekt gesagt.

Mit 800 Millionen Franken ist Ihr Budget halb so gross wie jenes der Expo.02. Zudem wollen Sie das Projekt in zehn Jahren auf die Beine bringen. Das ist alles sehr ambitioniert ...

Unsere Gruppe besteht aus lauter erfahrenen Ausstellungsmachern. Wir haben Erfahrung im Umgang mit Budgetvorgaben und Zeitlimiten. Ich bin davon überzeugt: Wir können das schaffen.

Wer entscheidet über den Expo-Standort?

Wichtig ist, dass die Konferenz der Kantonsregierungen sich für unser Projekt ausspricht. Aber dann müssen natürlich auch der Bund und der Kanton Zürich sowie alle Gemeinden rund um den Flugplatz dahinterstehen. Ich bin sehr optimistisch für unser Projekt.

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