Die «Fussfessel» allein schützt das Opfer nicht
Um Rayon- und Kontaktverbote besser durchzusetzen, sollen gewaltbereite Ex-Partner künftig mit einem GPS-Sender überwacht werden.

Die Zürcher Justizdirektion möchte in Fällen von häuslicher Gewalt die Überwachung mittels sogenannter elektronischer Fussfesseln testen. Der Mann muss dazu einen GPS-Sender umschnallen, dessen Bewegungsdaten von einer privaten Sicherheitsfirma überwacht werden. Das Electronic Monitoring (EM) soll verhindern, dass Männer Rayonverbote verletzen oder ihrer Ex-Partnerin zu nahe kommen. Seit Herbst 2014 experimentiert das Amt für Justizvollzug mit der elektronischen Überwachung von jugendlichen Straftätern, denen Vollzugslockerungen gewährt wurden. Mit der Ausweitung des EM-Projekts auf Fälle von häuslicher Gewalt soll frühestens 2017 begonnen werden.
Speziell wird die Überwachung gewalttätiger Ehemänner oder Ex-Partner dadurch, dass diese nicht nur Rayonverbote erhalten. Sie sollen sich auch dann von der Frau fernhalten, wenn diese unterwegs ist. Dazu müsste auch die Frau einen GPS-Sender tragen, mit dem sie jederzeit lokalisiert werden kann. «Als uns das Projekt vorgestellt wurde, hiess es, die Sicherheitsfirma werde alarmiert, sobald der Täter zu nah an die Frau herankomme», sagt Pia Allemann von der Opferberatungsstelle für Frauen gegen Häusliche Gewalt. Der Mann werde dann angerufen und aufgefordert, sich von der Frau wegzubewegen.
