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Die gescheiterten Zürcher Tunnelpläne

Auf dem Papier wurde die Stadt Zürich schon in alle Himmelsrichtungen untertunnelt. Der private Verkehr ist aber vorwiegend oberirdisch unterwegs.

Daniel Schneebeli
Unten durch: Der Stadttunnel unter dem Zürcher Hauptbahnhof soll vorerst nicht für Autos sondern als Veloroute genutzt werden.
Unten durch: Der Stadttunnel unter dem Zürcher Hauptbahnhof soll vorerst nicht für Autos sondern als Veloroute genutzt werden.
TA
Einer Machbarkeitsanalyse unterzogen: Die acht Varianten der Zürcher Stadtumfahrung, wie sie im Zwischenbericht der kantonalen Baudirektion 2001 vorgeschlagen wurden.
Einer Machbarkeitsanalyse unterzogen: Die acht Varianten der Zürcher Stadtumfahrung, wie sie im Zwischenbericht der kantonalen Baudirektion 2001 vorgeschlagen wurden.
Baudirektion Kanton Zürich, Keystone
Favorisierte Variante: So sah der Stadttunnel und die Nordumfahrung aus, die im Dezember 2002 den Medien im Rahmen der «Strategie Hochleistungsstrassen 2025/30» vorgestellt wurde.
Favorisierte Variante: So sah der Stadttunnel und die Nordumfahrung aus, die im Dezember 2002 den Medien im Rahmen der «Strategie Hochleistungsstrassen 2025/30» vorgestellt wurde.
Alex Buschor, Keystone
Die neuste Tunnel-Idee: Am 1. Oktober präsentierten die Stadt und der Kanton Zürich Pläne für einen teils vierspurigen Rosengartentunnel - hier ein Papiermodell.
Die neuste Tunnel-Idee: Am 1. Oktober präsentierten die Stadt und der Kanton Zürich Pläne für einen teils vierspurigen Rosengartentunnel - hier ein Papiermodell.
PD
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In den letzten 60 Jahren gab es in Zürich einige Tunnelpläne für den Privatverkehr. Bisher sind aber fast alle Makulatur geblieben mit einer Ausnahme: der Milchbucktunnel von Schwamendingen zum Letten. Hier ist eine Übersicht über die umfangreichen, aber erfolglosen Zürcher Tunnelplanungen.

Das Ypsilon: In der Euphorie des Autobahnbaus in den 50er-Jahren wollte der Bundesrat ein Autobahndreieck mitten in der Stadt Zürich am Letten bauen. Es hätte drei Autobahnäste zusammengeführt: den Westast aus Bern, den Ostast aus St. Gallen und den Südast aus Chur. Zusammen hätte das ein Ypsilonförmiges Expressstrassennetz in Zürich gegeben. Zuerst war der Ast aus Süden in einer Hochstrasse über die Sihl und über den Hauptbahnhof bis zum Letten geplant. Weil es gegen diese Hochstrasse von Anfang an grossen Widerstand gab, wurde eine unterirdische Variante des Südastes geplant (Sihltiefstrasse). Die Opposition blieb aber bestehen. 1974 und 1977 wurde über zwei Volksinitiativen abgestimmt, die den Verzicht aufs Ypsilon forderten. Beide wurden abgelehnt. So blieb das Ypsilon in der Nationalstrassenplanung. Gleichwohl ist es bis heute Stückwerk geblieben – weil später der Bau der Umfahrungsautobahnen höhere Priorität hatte. Realisiert wurden vom Ypsilon nur der Milchbucktunnel und der Anfang der Sihlhochstrasse. Als unvollendeter Stummel gilt sie als Schandfleck von Wiedikon.

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