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«Die Gesellschaft hat ein falsches Bild von den ‹lieben Behinderten›»

Übergriffe gewaltbereiter Klienten auf Betreuer kommen in allen Einrichtungen vor, sagt ein Experte. Für strukturelle Anpassungen oder Schulungen zur Verbesserung der Sicherheit fehlt das Geld.

Tina Fassbind
Anspruchsvolle Betreuungsaufgabe: Ein Bewohner des Wohnheims Tilia in Rheinau im Kanton Zürich zerreisst eine Postkarten. 80 Menschen mit schweren geistigen und psychischen Behinderungen leben in dem Heim.
Anspruchsvolle Betreuungsaufgabe: Ein Bewohner des Wohnheims Tilia in Rheinau im Kanton Zürich zerreisst eine Postkarten. 80 Menschen mit schweren geistigen und psychischen Behinderungen leben in dem Heim.
Keystone

Herr Wunderlich, die Betreuerin einer Gruppe von 17 Behinderten kündigt ihren Job, weil sie sich vor einem gewaltbereiten Mann der Gruppe fürchtet. Hat Sie dieser Fall überrascht? Nein, im Gegenteil. Es gibt kein Heim in der Schweiz, in dem Kontrollverluste oder Übergriffe gewaltbereiter Klienten kein Thema wären. Statistisch gesehen kommt es in Heimen mit geistig behinderten Menschen häufiger zu physischen Übergriffen als in Psychiatrien. Man muss das Ganze aber in die richtigen Relationen setzen. Es betrifft jeweils nur einen kleinen Teil der Klienten – in grösseren Einrichtungen sind es vielleicht fünf von 200.

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