Zum Hauptinhalt springen

Die Goldküste wäre für Federer teuer

Herrliberg gilt als Steuerparadies. Aber wenn Roger Federer stattdessen nach Rapperswil-Jona zieht, könnte er Millionen sparen.

King Roger wird mit dem geplanten Umzug nach Rapperswil-Jona auch steuermässig auf seine Rechnung kommen.
King Roger wird mit dem geplanten Umzug nach Rapperswil-Jona auch steuermässig auf seine Rechnung kommen.
Keystone

Roger Federer gehört zu den ganz grossen Grossverdienern, da ist Umziehen auch eine Geldfrage. Das Wirtschaftsmagazin «Forbes» beziffert Federers jährliche Einnahmen auf 77 Millionen Franken, der Grossteil davon Sponsorengelder. Sein Vermögen wird von der «Bilanz» auf 450 bis 500 Millionen Franken geschätzt.

Momentan hat Federer seinen zivilrechtlichen Wohnsitz im bündnerischen Valbella, ein zweites Domizil hat er in Dubai. Lohnt sich rein steuertechnisch ein Umzug an den Zürichsee, über den momentan spekuliert wird? Wie viel würde er in Zukunft an seinem geplanten Wohnsitz in der Kempratner Bucht in Rapperswil-Jona abliefern?

Die Frage der Preisgelder

Rein rechnerisch dürfte Federer durch den Umzug Geld sparen, einen für seine Verhältnisse eher geringen Betrag. Das zeigt eine «Milchbüechlirechnung», die allerdings wegen vieler Unwägbarkeiten eher spekulativen Charakter hat. Denn es ist nicht bekannt, welcher Anteil von Federers Einkommen in der Schweiz besteuert wird.

Ob ein Profisportler seine im Ausland erzielten Preisgelder in der Schweiz versteuern muss, hängt laut einem Merkblatt von Swissolympic von den Regeln im Doppelbesteuerungsabkommen mit dem entsprechenden Land ab. Zudem kann er alle mit dem Sport zusammenhängenden Ausgaben von den Einkünften abziehen, darunter Reise-, Aufenthalts- und Übernachtungskosten. Sicher ist: Von einer Pauschalbesteuerung profitiert Federer nirgendwo, denn diese ist für Schweizer seit 2016 landesweit ausgeschlossen.

Wollerau kostet nur halb so viel

Rechnet man dennoch mit den kompletten Einnahmen von 77 Millionen Franken, müsste Federer in Valbella, das zur Gemeinde Vaz/Obervaz gehört, gemäss Steuerrechner 15,7 Millionen an Gemeinde- und Kantonssteuern abliefern. In Rapperswil-Jona ergibt sich eine Summe von 14,3 Millionen. Bedeutend weniger müsste Federer an seinem ehemaligen Wohnsitz Wollerau im Kanton Schwyz zahlen, wo er bis 2015 lebte. Dort wären es «nur» 9,3 Millionen. Dennoch hat er sein 1200-Quadratmeter-Grundstück in Wollerau im letzten Jahr verkauft.

Steuerlich klar die schlechteste Option für Federer wäre ein Umzug in die Zürcher Goldküstengemeinde Herrliberg. Dorthin, wo er seit etlichen Jahren ein knapp 6000 Quadratmeter grosses Grundstück besitzt, ohne allerdings bis heute ein Bauprojekt eingereicht zu haben. Innerhalb des Kantons Zürich gehört Herrliberg zwar nach wie vor zu den steuergünstigsten Gemeinden, dennoch müsste der Tennisstar auf 77 Millionen Franken Einnahmen einen happigen Betrag von über 20 Millionen ans Steueramt abliefern.

Federer gibt nicht gerne Auskunft

Und was meint Roger Federer zum möglichen Umzug nach Rapperswil-Jona. Der Superstar gibt sich gegenüber Redaktion Tamedia bedeckt: «Es wurde immer wieder darüber gesprochen, wo ich wohne, wo ich baue, was ich mache. Ich gebe generell nicht gerne Auskunft über solche Sachen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch