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Die guten Mieter gehen, der Schlechte bleibt

Obwohl die Wohnungen an der Kanonengasse 9 erst kürzlich fertiggestellt wurden, ist das Haus unbewohnbar. Der untere Teil wird vom Sexgewerbe beherrscht – der Cabaret-Betreiber hat einen unkündbaren Vertrag.

Für die vier Mieter an der Kanonengasse 9 ging kürzlich ein Albtraum zu Ende. Die Schlichtungsbehörde anerkannte, dass ihnen die Verhältnisse in ihrem Haus nicht zuzumuten sind. Noch im selben Monat wurden die Verträge mit der Eigentümerfamilie Neufeld ohne weitere Verpflichtungen aufgelöst und die Mieter zogen aus. «Die Schlichtungsbehörde hätte den Mietern sogar eine Mietzinsreduktion und die Umzugskosten zugesprochen, wenn wir einem Vergleich nicht zugestimmt hätten», sagt der Verwalter der Liegenschaft, Benjamin Neufeld.

Im Parterre der Liegenschaft ist ein schmuddeliges Cabaret eingemietet, in den zwei Etagen darüber bieten Prostituierte in heruntergekommenen Zimmern ihre Dienste ab. Das Treppenhaus ist verschmiert und dient Drogensüchtigen als Nachtlager. Wenn die Mieter morgens zur Arbeit wollten, mussten sie oft über die Junkies klettern. Wenn sie abends nach Hause wollten, rechneten sie damit, von den Süchtigen bedroht zu werden und ihnen einen Wegzoll entrichten zu müssen.

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