Die Jagdgegner haben den Jägern zu einer Imagepolitur verholfen

Die Initianten, die die Jäger aus den Wäldern vertreiben wollten, haben paradoxerweise das Gegenteil erreicht.

Auch in Zukunft werden Jäger durch die Wälder des Kantons Zürich streifen. Foto: Lukas Lehmann (Keystone)

Auch in Zukunft werden Jäger durch die Wälder des Kantons Zürich streifen. Foto: Lukas Lehmann (Keystone)

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Von einem solch überdeutlichen Erfolg durften die Jäger nicht einmal träumen, eine solch überaus klare Schlappe mussten die Initianten auf der Gegenseite aber auch nicht befürchten. Dass ein Volksbegehren, das sich den Tierschutz zum Ziel gesetzt hatte, nicht einmal auf 20 Prozent Stimmanteil kommt, ist höchst erstaunlich.

Das Argument der Initianten, dass der Kanton Genf und die Stadt Zürich auch ohne Milizjäger auskommen und das im ganzen Kanton Zürich auch möglich sein sollte, hat nicht verfangen. Die Tierschützer konnten auch nicht deutlich darlegen, wie sich der Wildtierbestand in den Wäldern und auf den Wiesen im Kanton ohne den Eingriff des Menschen selbst regulieren kann. Im Abstimmungskampf blieben viele Fragen offen, die Initianten waren aber kaum präsent. Auf ein Experiment in freier Wildbahn wollte sich offensichtlich kaum jemand einlassen.

Glaubwürdiger sind die Jäger in den letzten Monaten auf­getreten. Sie haben Fakten möglichst emotionslos erläutert. Sie legten die jährlichen Abschusszahlen vor: Jährlich schiessen sie 4500 Rehe im Kanton. Sie konnten aber auch schlüssig erklären, wie diese Zahl zustande kommt und wieso sie so hoch ist.

Die Initianten, die die Jäger aus Wäldern und von Wiesen vertreiben wollten, haben in den letzten Monaten paradoxerweise das Gegenteil erreicht. Sie malten das Bild von angetrunkenen Jägern, die grölend durch die Wälder streifen und wahllos Tiere abknallen. Beweisen aber, dass dieses Bild zutrifft, konnten sie nicht. Den Jägern aber boten sie mit der Abstimmung eine politische Plattform, um sich selbst darzustellen. Diese haben zwar Geld in die Kampagne gesteckt, doch billiger und einfacher wären sie nie und nimmer zu einer solchen Imagepolitur gekommen.

Erstellt: 23.09.2018, 21:56 Uhr

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