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Das ist die kleinste Badi des Kantons Zürich

Badeplausch auf kleinstem Raum: In Wiesendangen bei Winterthur kann in drei Feuerwehrweihern gebadet werden.

Martin Huber
Sprung ins kühle Nass: In der Mini-Badi von Oberbertschikon muss man genau treffen.
Sprung ins kühle Nass: In der Mini-Badi von Oberbertschikon muss man genau treffen.
Urs Jaudas

In diesen Tagen herrscht wieder Hochbetrieb im ehemaligen Feuerwehrweiher in Oberbertschikon, einem kleinen Dorf in der Nähe von Winterthur, das zur Gemeinde Wiesendangen gehört. Vor allem Kinder geniessen nachmittags nach der Schule den Sprung ins rund 20 Grad kalte Wasser, aber auch Erwachsene kühlen sich nach Feierabend gerne im kleinen Becken neben der Strasse ab.

Sieben auf vier Meter misst es ungefähr, vier Meter tief ist es, gefüllt mit frischem Quellwasser. «Die kleinste Badi im Kanton», sagt Erich Jenny scherzhaft. Er ist Vorstandsmitglied im Badeplauschverein Bertschikon. Und diesem ist zu verdanken, dass in den Feuerwehrweihern Bertschikon, Oberbertschikon und Gündlikon überhaupt gebadet werden kann.

Schliessung verhindert

Zusammen mit Bewohnerinnen und Bewohnern aus umliegenden Dörfern hat er verhindert, dass die Gemeinde die einstigen Löschwasserbecken, welche die Feuerwehr nicht mehr benötigt, aus rechtlichen Gründen schliesst. Der Gemeinderat wollte vor rund drei Jahren das Baden in den Weihern nicht mehr zulassen. Er befürchtete, bei Unfällen haften zu müssen, wie der «Landbote» damals berichtete.

Darauf sammelte der Badeplauschverein rund 200 Unterschriften – und fand zusammen mit dem Gemeinderat eine Lösung: Der Verein konnte die Feuerwehrweiher im Baurecht übernehmen. Und zwar zu einem symbolischen Zins von einem Franken pro Baurecht.

Nur für Vereinsmitglieder und Gäste

Aus Haftungsgründen ist der Badeplausch allerdings Vereinsmitgliedern und ihren Gästen vorbehalten. Ein Schild beim Weiher weist Badegäste auf die Regeln hin: Benutzung auf eigene Gefahr, Eltern haften für ihre Kinder, keine Badeaufsicht. Damit Kinder nicht unbeaufsichtig hineinspringen, ist der Weiher mit einem Tor abgeschlossen, der Schlüssel lagert in einer Box, die sich mit einem Code öffnen lässt.

Badi auf dem Lande: Das ehemalige Löschwasserbecken in Oberbertschikon. Foto: Urs Jaudas
Badi auf dem Lande: Das ehemalige Löschwasserbecken in Oberbertschikon. Foto: Urs Jaudas

Bisher wurden die Regeln «top seriös» eingehalten, wie Erich Jenny sagt. Ungebetene Gäste gebe es kaum, und passiert sei in den Feuerwehrweihern noch nie etwas.

Den Unterhalt der Weiher finanziert der Verein aus den Jahresbeiträgen seiner rund 50 Mitglieder. Erwachsene zahlen zehn Franken pro Jahr, für Kinder bis 16 Jahre ist die Mitgliedschaft gratis. Aktuell muss gerade das Becken in Bertschikon gereinigt werden – Blätter und Blüten, die von einem Baum heruntergefalllen sind, lassen das Wasser wenig einladend erscheinen. Die Wasserqualität sei aber immer noch bestens, versichert Jenny.

Treffpunkt im Dorf

Die Mini-Badis erfüllen auch einen wichtigen kulturellen Zweck, wie Jenny sagt. Sie dienen als Treffpunkte in den Dörfern. Begegnungsorte seien die in den 1920er Jahren errichteten Becken übrigens schon früher gewesen. Das hätten ihm Ur-Bertschiker berichtet. Diese hätten schon vor Jahrzehnten in den Feuerwehrweihern gebadet.

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