Die Klimajugend begrünt den Münsterhof

Mit Blumen, Büschen, Bäumen – und der Hilfe der Zürcher Bevölkerung – soll mitten in Zürich ein «Klimastreik-Garten» wachsen.

Der Baum war zu gross und schwer für den Demo-Umzug. Zusammen mit weiteren Pflanzen und den vorhandenen Metallstühlen auf dem Münsterhof entstand daraus der «Klima-Garten».

Der Baum war zu gross und schwer für den Demo-Umzug. Zusammen mit weiteren Pflanzen und den vorhandenen Metallstühlen auf dem Münsterhof entstand daraus der «Klima-Garten». Bild: Lorenzo Petrò

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Die Klimademonstration vom Freitag war auch ein Umzug der Pflanzen: Die Jugendlichen zogen Bäumchen, Blumen und Büsche auf Leiterwagen mit sich. Und alle Teilnehmer waren aufgefordert, Pflanzen mitzubringen. Viele davon waren ausgeliehen und mussten am Samstag zurück in die Gärtnerei. Doch zwei grosse Bäume, die zu schwer für den Umzug waren, und an die 50 Pflanzen blieben am Schluss der Demo übrig.

Da sei spontan die Idee entstanden, den Münsterhof zu begrünen, teilen die Jugendlichen des Klimastreiks Zürich auf Anfrage mit. Den Platz also, auf dem der Klimastreik-Umzug am Freitag gestartet war und den sich ohnehin viele Zürcherinnen grüner wünschen.

Ein Platzkonzert fürs Klima

Die Spontanbegrünung kommt offenbar gut an. Am Montagmorgen machen Touristen Fotos, und am Sonntagabend hat ein Chor bereits ein kleines Platzkonzert im «Klima-Garten» gegeben. Ein Video der Aktion ist auf der Facebook-Seite der Aktivisten von «Extinction Rebellion» zu sehen, der Bewegung, die in England ihren Anfang nahm und deren Mitglieder sich gemeinsam mit den Klimastreikern für den Klimaschutz, aber auch für den Schutz der Biodiversität einsetzen.

Höfliche Klimastreiker: Die Telefonnummer für Beschwerden ist dick aufgepinselt. Bild: Lorenzo Petrò

Jeder ist aufgerufen, bei der Begrünung des Münsterhofes mitzumachen: «Wir kümmern uns um Ihre Pflanzen», steht auf einem Schild. Und wie es aussieht, haben bereits einige Zürcher einen Blumentopf beigesteuert.

Wegen des Erfolgs hat sich eine Gruppe von rund 50 Personen aus der Zürcher Klimabewegung gebildet, die sich in den kommenden Tagen um das viele Grün kümmert, es bewässert, neu arrangiert und verwelkte Blüten wegschneidet.

Noch keine Intervention der Polizei

«Bitte melden, falls unser Garten abgerissen werden muss», steht auf dem handgemalten Schild weiter. Vonseiten der Stadt haben die Aktivisten aber noch nichts gehört. «Sollte die Stadt den Garten räumen wollen, werden wir versuchen, den Klimagarten zu erhalten», teilen sie mit. «Als Versammlungsort, für Diskussionen, und ganz einfach, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen über die Themen Klimakrise und Biodiversität.»

Der kleine «Hotspot» auf dem Münsterhof soll gemäss den Jugendlichen dafür stehen, dass mehr zubetonierte Plätze in den Städten begrünt werden für mehr Biodiversität, die auch für Menschen Lebensqualität bedeute. Unter anderem weil Bäume Schatten spenden und so den Aufenthalt im Stadtraum für die Menschen angenehmer machten.

Erstellt: 27.05.2019, 14:57 Uhr

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