Die Nagra soll anderswo bohren

Gegen die geplanten Sondierbohrungen für ein Atommüll-Tiefenlager im Norden Zürichs gibt es zahlreiche Einsprachen. Viele kommen aus einer Gemeinde.

Wohin damit? Hochaktive Abfälle in eine Halle des Zwischenlagers Würenlingen. Bild: Nagra

Wohin damit? Hochaktive Abfälle in eine Halle des Zwischenlagers Würenlingen. Bild: Nagra

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Beim Bundesamt für Energie (BFE) sind gegen 100 Einsprachen eingegangen. Sie richten sich gegen jene Bohrgesuche, die die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) in fünf Gemeinden des Zürcher Weinlandes durchführen will. Die Frist für Einsprachen lief am Mittwoch ab.

72 Einsprachen stammen von Privatpersonen. Zu den Absendern gehören aber auch die fünf Standortgemeinden Dachsen, Marthalen, Rheinau, Trüllikon und Laufen-Uhwiesen. Vorbehalte angemeldet haben überdies Kleinandelfingen, Neuhausen SH und Schlatt TG. Diese Gemeinden sind insofern tangiert, als die Nagra von den Bohrplätzen aus auch Schrägbohrungen unter ihr Gemeindegebiet plant.

Auch eine Schule wehrt sich

Drei Bohrgesuche hat die Nagra für Trüllikon eingereicht. Aus dieser Gemeinde gingen insgesamt 36 Einsprachen ein. 24 Einwendungen betreffen die Sondierbohrung in Marthalen, 21 die beiden Bohrungen in Laufen-Uhwiesen, 8 die Bohrung in Dachsen und 7 jene in Rheinau.

Gegen alle acht Gesuche Einspruch erhoben hat der Verein «KLAR!», der sich für den Ausstieg aus der Atomenergie einsetzt und gegen ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle im Zürcher Weinland ist. Ebenfalls eine Einsprache beim BFE deponiert hat die Sekundarschule Kreis Marthalen.

Ab 2019 soll gebohrt werden

Die Sondierbohrungen, die in eine Tiefe von bis zu 1300 Metern reichen werden, sind gemäss Nagra notwendig, weil nur so ein direkter Einblick in den geologischen Untergrund möglich sei. Geophysikalische Messungen und Gesteinsproben sollen eine «nachvollziehbare Beurteilung der Langzeitsicherheit» für ein Atommüll-Tiefenlager ermöglichen.

Die Bewilligungen für die Sondierbohrungen sollen Mitte 2018 vorliegen. Ab 2019 sollen dann die Bohrtürme auffahren. Zunächst hat Die Nagra nun Gelegenheit, zu den Einsprachen Stellung zu nehmen.

Konkrete Anliegen würden geprüft und allenfalls bei der weiteren Planung berücksichtigt, versicherte unlängst Markus Fritschi, Geschäftsleitungsmitglied der Nagra, an einer Medienkonferenz. Eine generelle Ablehnung der Sondierbohrungen entspreche jedoch nicht dem Sachplanverfahren. (hub/sda)

Erstellt: 28.04.2017, 14:46 Uhr

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