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Die Skepsis bleibt

Bei der Transparenz gibt es an der Uni Zürich noch einige Lücken. Aber der eingeschlagene Weg ist richtig.

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Nach dem ersten Durchklicken bleibt nicht viel mehr als ein Schulterzucken. Die lange Liste mit fast 1300 Einträgen zu Interessenbindungen, welche die Universität Zürich am vergangenen Dienstag ins Internet gestellt hat, widerspricht dem Bild einer gekauften und verfilzten Hochschule, wie es in der Öffentlichkeit manchmal kolportiert wird. Das Präsidentenamt der Archäologiekommission des Kantons Zürich oder eine Funktion beim Schweizerischen Nationalfonds – das sind sicher keine problematischen Aktivitäten von Uniprofessoren. Im Gegenteil.

Trotzdem, die Skepsis bleibt. Ein genauerer Blick auf die Liste macht klar, dass die neue Transparenz lückenhaft ist. So müssen die Professoren nicht deklarieren, wenn ihr Lehrstuhl von Privaten gesponsert ist. Auch eine vorübergehende Beratungstätigkeit für Firmen darf verschwiegen werden – egal, wie viel Geld sie einbringt. Ohnehin fehlen Angaben zu Geldsummen in der Aufstellung gänzlich. Schliesslich sind Privatdozenten und anderes Unipersonal nicht erfasst – obwohl sie manchmal wichtige Leitungsfunktionen innehaben. Ein Vergleich mit den Zahlungen der Pharmaindustrie an Ärzte, die diese vergangenen Sommer teilweise offengelegt hat, zeigt: Im Bereich Medizin beziehen auch Nichtprofessoren manchmal anständige Honorare von Dritten. Das ist nicht grundsätzlich verwerflich. Generell muss im Einzelfall beurteilt werden, ob eine Interessenbindung problematisch ist. Doch halbherzige Transparenz macht misstrauisch. Und das sollte der Universität zu denken geben. Vertrauen ist wichtig, um die Geldflüsse vom Staat und die Lehr- und Forschungsfreiheit auch für die Zukunft zu sichern.

Die Universität sollte den eingeschlagenen Weg weitergehen. Denn bei aller Kritik, es ist verdienstvoll, dass sie den ersten Schritt nun gemacht hat. Die Schwesterhochschule in Zürich, die ETH, geht da zum Beispiel viel weniger weit. Ihre Liste zu Nebenerwerben der Professoren ist viel weniger detailliert und nur auf Anfrage erhältlich. Andere Schweizer Hochschulen verfügen gar nicht über solche Angaben. Sie sollten dem Vorbild der Universität Zürich folgen.

Erstellt: 05.01.2017, 22:59 Uhr

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