Zum Hauptinhalt springen

«Die Stadt muss nicht mehr Verkehr schlucken, als sie verdauen kann»

Der projektierte Rosengartentunnel in Wipkingen ist kein Befreiungsschlag für die Verkehrsprobleme im Quartier, sagt der Experte Luca Urbani. Wie viele Autos dort durchfahren, sei ein rein politischer Entscheid.

Tina Fassbind
Doppelstöckiger Tunnelausgang: Visualisierung des Projekts beim Übergang Hardbrücke/Rosengartenstrasse.
Doppelstöckiger Tunnelausgang: Visualisierung des Projekts beim Übergang Hardbrücke/Rosengartenstrasse.
PD
Neue Pläne für die Rosengartenstrasse: Die Regierungsräte Markus Kägi und Ernst Stocker sowie die Stadträte Ruth Genner und Andres Türler präsentieren an der Medienkonferenz vom 1. Oktober 2013 eine Vereinbarung zur gemeinsamen Planung.
Neue Pläne für die Rosengartenstrasse: Die Regierungsräte Markus Kägi und Ernst Stocker sowie die Stadträte Ruth Genner und Andres Türler präsentieren an der Medienkonferenz vom 1. Oktober 2013 eine Vereinbarung zur gemeinsamen Planung.
Dominique Meienberg
Die Vereinbarung wurde gleich vor Ort unterzeichnet.
Die Vereinbarung wurde gleich vor Ort unterzeichnet.
Dominique Meienberg
Die Gesamtlösung: Das geplante Rosengartentram (links) und der Rosengartentunnel mit Zufahrten beim Wipkingerplatz, Bucheggplatz und Irchel.
Die Gesamtlösung: Das geplante Rosengartentram (links) und der Rosengartentunnel mit Zufahrten beim Wipkingerplatz, Bucheggplatz und Irchel.
PD
In Verbindung: Die beiden Projekte im Überblick – das Tram stärkt den öffentlichen Verkehr zwischen Zürich-West und -Nord.
In Verbindung: Die beiden Projekte im Überblick – das Tram stärkt den öffentlichen Verkehr zwischen Zürich-West und -Nord.
Grafik TA
Laut Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) will man mit dem Tunnel erreichen, dass die bisherige Kapazität für den motorisierten Individualverkehr beibehalten werden kann. Zudem soll dem gesteigerten Mobilitätsbedürfnis der Bevölkerung Rechnung getragen werden: Mit einem Tram, das Zürich-Nord und -West und somit Limmat- und Glattal verbindet.
Laut Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) will man mit dem Tunnel erreichen, dass die bisherige Kapazität für den motorisierten Individualverkehr beibehalten werden kann. Zudem soll dem gesteigerten Mobilitätsbedürfnis der Bevölkerung Rechnung getragen werden: Mit einem Tram, das Zürich-Nord und -West und somit Limmat- und Glattal verbindet.
Dominique Meienberg
Für Stadträtin Ruth Genner (Grüne) kann durch den Tunnel das Quartier neu gestaltet und entwickelt werden. Künftig werde die Rosenbergstrasse nur noch eine Quartierstrasse sein. Insgesamt sollen sich die Fahrten auf der Rosengartenstrasse von heute täglich 56'000 auf 3000 reduzieren.
Für Stadträtin Ruth Genner (Grüne) kann durch den Tunnel das Quartier neu gestaltet und entwickelt werden. Künftig werde die Rosenbergstrasse nur noch eine Quartierstrasse sein. Insgesamt sollen sich die Fahrten auf der Rosengartenstrasse von heute täglich 56'000 auf 3000 reduzieren.
Dominique Meienberg
Die Verkehrsachse durchs Quartier: Die Rosengartenstrasse in Zürich-Wipkingen.
Die Verkehrsachse durchs Quartier: Die Rosengartenstrasse in Zürich-Wipkingen.
Steffen Schmidt, Keystone
Stockender Verkehr: Derzeit verkehren 56'000 motorisierte Fahrzeuge über die Rosengartenstrasse – pro Tag.
Stockender Verkehr: Derzeit verkehren 56'000 motorisierte Fahrzeuge über die Rosengartenstrasse – pro Tag.
Steffen Schmidt, Keystone
Provisorium seit 40 Jahren: Der Verkehr rollt im Juni 1985 von der Rosengartenstrasse auf die Hardbrücke.
Provisorium seit 40 Jahren: Der Verkehr rollt im Juni 1985 von der Rosengartenstrasse auf die Hardbrücke.
Keystone
Im November 2007 wurde die Rosengartenstrasse eine Stunde lang für den Verkehr gesperrt. Die IG Westtangente «feierte» das 35. Betriebsjahr des Provisoriums mit einer politischen Kundgebung.
Im November 2007 wurde die Rosengartenstrasse eine Stunde lang für den Verkehr gesperrt. Die IG Westtangente «feierte» das 35. Betriebsjahr des Provisoriums mit einer politischen Kundgebung.
Sophie Stieger
Demo auf der Verkehrsachse: Demonstranten ziehen im Mai 2009 anlässlich einer Aktion der Umweltorganisation Umverkehr die Rosengartenstrasse hinauf. Auch das Hardbrücke-Provisorium sollte weichen. Das Motto des Umzugs: «Hardbrücke wankt – Tanzen bis zum Einsturz».
Demo auf der Verkehrsachse: Demonstranten ziehen im Mai 2009 anlässlich einer Aktion der Umweltorganisation Umverkehr die Rosengartenstrasse hinauf. Auch das Hardbrücke-Provisorium sollte weichen. Das Motto des Umzugs: «Hardbrücke wankt – Tanzen bis zum Einsturz».
Alessandro Della Bella, Keystone
Wuchtiges Nein: Das Projekt für ein Tram auf der Rosengartenstrasse wurde vom Volk im November 2010 abgelehnt.
Wuchtiges Nein: Das Projekt für ein Tram auf der Rosengartenstrasse wurde vom Volk im November 2010 abgelehnt.
Steffen Schmidt, Keystone
Strandfeeling in der Verkehrsschneise: Im Juli 2011 machten Aktivisten der Umweltorganisation Umverkehr Werbung für die Städteinitiative.
Strandfeeling in der Verkehrsschneise: Im Juli 2011 machten Aktivisten der Umweltorganisation Umverkehr Werbung für die Städteinitiative.
Tina Fassbind
1 / 16

Herr Urbani, die Stadt und der Kanton Zürich wollen bis 2032 den bis zu vier Spuren breiten Rosengartentunnel und eine Tramlinie auf der Rosengartenstrasse bauen. Die Mehrheit unserer Leserinnen und Leser erachtet das als sinnvoll. Was sagen Sie dazu? Es ist immer die Frage, welche Ziele man sich bei solchen Projekten setzt. Sollen sich möglichst viele Leute in möglichst kurzer Zeit von A nach B mit dem Verkehrsmittel ihrer Wahl bewegen können, oder soll es ein nachhaltiges Unterfangen werden? Zwischen den Verkehrsträgern herrscht ein geradezu ungesunder, unendlicher Wettbewerb, der zu immer grösseren Ausbauten und immer höheren Kosten führt.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen