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«Die SVP wird immer mehr zur ‹$VP›»

Zwei schwerreiche Quereinsteiger kandidieren auf der SVP-Liste für den Nationalrat. Das entfachte unter den Lesern von Tagesanzeiger.ch eine heftige Debatte.

An Reichen mangelt es der Zürcher SVP nicht, und geht es nach ihr, bleibt das auch nach den Nationalratswahlen vom 23. Oktober so. Auf ihrer Liste kandidieren neben den bekannten Aushängeschildern zwei Quereinsteiger, die das nötige Geld für einen wuchtigen Wahlkampf haben: Banker Thomas Matter und Mobilezone-Mitgründer Hans-Ulrich Lehmann.

Spricht das nun für die SVP oder dagegen? Mehr als 250 Leser von Tagesanzeiger.ch haben ihre Meinung dazu per Kommentarfunktion kundgetan. Und die Meinungen sind – gespalten. Nils Leuzinger lobt Matter und Lehmann, dass sie ihr Geld nicht einfach geerbt haben (was im Fall von Thomas Matter, Sohn eines Roche-Managers nur teilweise stimmt). «Sie haben bei Null begonnen, waren innovativ, risikobereit und letztendlich wirtschaftlich erfolgreich. Gut so!»

«Mut und Wille, gepaart mit Ausdauer und einem hellen Geist» meint Leser Roger Gerber, können viel bewegen. Ihn beruhige es, solche Persönlichkeiten im Parlament zu wissen, meint er. «Zumal beide Herren durch das Schaffen von vielen Arbeitsplätzen auch ihrer sozialen Verantwortung gerecht wurden.»

Vollblut-Unternehmer gegen Sklavenvolk

Dass die beiden Millionäre sich positiv in die Politik einbringen, bestreiten andere Leser. An die Familien und Otto Normalo denke die SVP nicht, meint Daniel Christinat. «Die SVP wird immer mehr zur $VP», so sein Urteil. «Wann merken die Leute, dass es auch bei dieser Partei nur darum geht, den Reichen und Superreichen das Reicherwerden zu ermöglichen?» «Nur die, die gerne Sklaven sind», glaubten noch, dass Multimillionäre das Volk vertreten würden, meint Peter Müller.

Ganz anders sieht es Leser Dominik Diem: Die Herren Matter und Lehmann seien «Vollblut-Unternehmer, die in diesem Land Arbeitsplätze geschaffen haben und sie tun dies immer noch.» Solche Leute sieht Diem lieber in Bern als die üblichen Berufspolitiker.

Prisca Ulmer sieht mit dem Einstieg von Multimillionären wie Lehmann und Matter nicht das Ende des Profi-Politikers kommen, sondern die Amerikanisierung des Wahlkampfs: «Wer spendet als erster 20 Millionen?» Es sei schön, dass «die Pfeffersäcke die Stimme des armen Schluckers benötigen, bevor sie ihm das Hälschen umdrehen.» Kurt Hauser sieht den Reichtum der SVP-Quereinsteiger positiver: «Diese beiden Millionäre haben es wenigstens nicht nötig, für Geld Lobbying zu betreiben.»

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