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Die Töff-Fans spüren schon jetzt den Frühling

In den nächsten vier Tagen erwartet die Motorradmesse Swiss-Moto bis zu 70'000 Besucher. Zu sehen gibt es unter anderem verrückte Maschinen, die wohl nie auf die Strasse kommen werden.

Die Totenschädel gehören irgendwie dazu: Sie sind in der Messe an vielen Ständen zu finden.
Die Totenschädel gehören irgendwie dazu: Sie sind in der Messe an vielen Ständen zu finden.
Samuel Schalch
Und noch ein Schädel, diesmal als etwas andere Kleiderpuppe.
Und noch ein Schädel, diesmal als etwas andere Kleiderpuppe.
Samuel Schalch
Im obersten Stock des Messegebäudes ist eigens eine Rennstrecke aufgebaut worden. Wo es ab Donnerstag nach Benzin riecht, da duftete es am Mittwoch bloss nach Reinigungsmittel. Und statt dröhnender Motorräder zog leise summend eine Putzmaschine ihre Runden.
Im obersten Stock des Messegebäudes ist eigens eine Rennstrecke aufgebaut worden. Wo es ab Donnerstag nach Benzin riecht, da duftete es am Mittwoch bloss nach Reinigungsmittel. Und statt dröhnender Motorräder zog leise summend eine Putzmaschine ihre Runden.
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Frühlingsgefühle? Kalt pfeift der Wind um die Messe Zürich, der Nebel hängt grau über der Stadt. Nein, draussen fühlt es sich nicht an wie Frühling. Drinnen schon eher. Zumindest für jene, die den Frühling mit dem Motorradfahren verbinden. Für sie ist die Töff-Messe Swiss-Moto, die von heute Donnerstag bis Sonntag in Oerlikon stattfindet, der Auftakt zur Saison.

Am Tag vor der Eröffnung dürfen die Medien einen Augenschein nehmen, derweil viele der über 200 Aussteller noch mit letzten Arbeiten beschäftigt sind. Hier wird noch gebohrt, da Mobiliar zurechtgerückt – und allenthalben pützeln Menschen Maschinen.

Und diese Maschinen bringen auch den Laien zum Staunen. Das gilt vor allem für die Zweiräder in Halle 6, genannt «Custom-Bikes». Es sind dies die verrückten Gefährte von ebenso verrückten – oder zumindest: angefressenen – Fans, die Stunden, Tage und Wochen in der Werkstatt verbringen. Heraus kommen Zweiräder, die direkt der Feder eines Comiczeichners entsprungen zu sein scheinen. Strassentauglich sind viele nicht. Da steht zum Beispiel ein Töff, bei dem alle nicht beweglichen Teile aus Verbundstein bestehen. Sattel inklusive. Das dürfte trotz Stossdämpfer nicht gerade bequem sein. Oder das Gefährt, das wie eine Kreuzung aus Dampflok und Töff aussieht. Eindrucksvoll ist es allemal, aber es hat so wenig Bodenfreiheit, dass schon am ersten Randstein Schluss wäre.

Elektroroller kommen

Ganz anders das «E-Bullet» genannte Motorrad, das vor den Medien als «stärkster Elektrochopper der Welt» enthüllt wird. Gebaut hat es Elektroingenieur Peter Fässler in Oberiberg SZ. Es soll dereinst durch die Schweiz fahren. Sozusagen als Tesla der Motorradwelt. Sowieso ist die Elektromobilität auf dem Vormarsch: Vor allem unter den Rollern finden sich zahlreiche Elektromodelle.

Was sich hingegen kaum ändert: Die Töffwelt ist und bleibt testosterongeschwängert. Zwar zeigen in Halle 7, wo man eigens eine Rennbahn aufgebaut hat, auch Frauen ihre Fahrkünste. Aber an wen sich die Messe vor allem richtet, das erkennt man schon an den Kleidungsstücken, die zum Verkauf stehen. Und natürlich auch daran, dass die Herren, die an der Medienkonferenz über die Messe reden, von drei bauchfrei tragenden, stummen jungen Frauen in Stöckelschuhen flankiert werden.

Die Frauen sind dann eine Woche später dran. An der Beauty-Messe.

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Video: Von wegen Töff sind nur Männersache!

Die 22-jährige Anja Tschopp führt die «Girls on Bikes» an und sagt im Video, warum Frauen auf die Motorräder gehören. Video: Lea Blum

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