Die VBZ rüsten auf für die Zukunft

Die Anzeigetafeln an Haltestellen verwenden veraltete Mobilfunktechnologien. Nun stehen beim Verkehrsunternehmen Veränderungen in Millionenhöhe an.

Die verbaute Mobilfunktechnologie wird ab 2020 abgestellt. Deshalb müssen 262 Haltestelleninformationstafeln aufgerüstet werden.

Die verbaute Mobilfunktechnologie wird ab 2020 abgestellt. Deshalb müssen 262 Haltestelleninformationstafeln aufgerüstet werden. Bild: Esther Michel

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Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) investieren knapp 1,2 Millionen Franken, um im Auftrag des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) die Informationsdisplays an 262 Haltestellen im Kanton Zürich aufzurüsten. Dies geht aus einer Publikation der Ausschreibungsplattform Simap hervor. Die digitalen Haltestellentafeln sollen mit dem Mobilfunkstandard 4G kompatibel werden. Momentan verwenden die Anzeigetafeln die Technologie der zweiten Generation (2G), die Ende 2020 eingestellt wird.

Gemäss den VBZ befinden sich die sogenannten dynamischen Fahrgastinformationsanzeiger (DFI) an Haltestellen auf dem ganzen Kantonsgebiet. Auch Tafeln der Postauto AG und von Stadtbus Winterthur sind von der Umrüstung betroffen.

Bestehender Lieferant berücksichtigt

Die Umrüstung der Anlagen übernimmt die Trapeze Switzerland GmbH in Neuhausen am Rheinfall. Der Auftrag wurde ohne ein förmliches Vergabeverfahren freihändig erteilt. Es handelt sich um das gleiche Unternehmen, das die DFI ursprünglich geliefert hat. Dass man sich auf die bestehende Lieferantin verlässt, wird damit begründet, dass nur diese gewährleisten könne, dass die verwendeten Komponenten mit dem bestehenden System kompatibel seien.

Das digitale Anzeigesystem wurde ab dem zweiten Halbjahr 2008 zunächst an den fünfzig wichtigsten Haltestellen in der Stadt Zürich installiert. Die elektronischen Anzeigetafeln, die die Wartezeit bis zum nächsten Tram, Verspätungs- und Störungsmeldungen und weitere Informationen anzeigen, sind relativ kostspielig. Pro Tafel rechnet der ZVV mit Investitionen von rund 50'000 Franken. Die Tafeln werden deshalb nur an den meistfrequentierten Haltestellen eingesetzt.

Billigere Variante im Testbetrieb

Die VBZ testen derzeit eine günstigere Variante der Fahrgastinformationsanzeiger. Die «DFI-Light» genannte Variante benötigt weder Datenkabel noch Netzanschluss. Die Anzeigen verfügen über eine Batterie. Sie können somit ohne Zeit- und kostenintensive Tiefbauarbeiten an bestehenden Haltestellensignalisationen angebracht werden.

Allerdings haben die bisherigen Rückmeldungen ergeben, dass die Tafeln wegen der eingesetzten energiesparenden Bildschirmtechnologie schlechter lesbar sind als die teureren klassischen DFI. Damit sich auch Personen mit Sehbehinderung informieren können, verfügen die DFI-Light-Tafeln über eine Funktion, mit der sie sich die angezeigten Informationen auch vorlesen lassen können. Der Test dauert noch bis im Frühjahr – mit Option auf Verlängerung um ein weiteres Jahr.

Erstellt: 03.09.2018, 11:18 Uhr

VBZ: Video gegen Vandale

Im ersten Halbjahr 2018 haben die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) insgesamt 1100 Schadenereignisse verzeichnet. Das sind 155 mehr als in der Vorjahresperiode.

Die VBZ weisen in ihrer am Donnerstag, 30. August 2018, publizierten Schadenstatistik 230 Unfälle mit Körperverletzung aus, das sind 20 mehr als im Vorjahr. Verletzungen zogen sich dabei insbesondere Passagiere zu, die beim Ein- und Aussteigen stolperten (85) oder wegen eines durch einen anderen Verkehrsteilnehmer ausgelösten Notstoppes im Tram oder Bus stürzten (83).

Zwei Unfälle endeten tödlich. Eine Fussgängerin war in unmittelbarer Nähe eines Haltestelle beim Überqueren der Gleise von einem Tram erfasst worden, und ein Velofahrer war via Zebrastreifen und Fussgängerinsel direkt vor ein Tram gefahren.
Bei den Kollisionen mit anderen Fahrzeugen verzeichneten die VBZ 376 Ereignisse, das sind 14 weniger als in der Vorjahresperiode. Am häufigsten waren Personenwagen (263) und Nutzfahrzeuge (87) in die Unfälle involviert.

Böswillige Beschädigungen

Deutlich zugenommen haben die böswilligen Beschädigungen: Die Statistik weist 71 Ereignisse aus, das sind 22 mehr als in der Vorjahresperiode.

Dank Videoüberwachung in den Fahrzeugen hätten die VBZ nun wiederholt dazu beigetragen, dass die Stadtpolizei die Täter überführen konnte, heisst es in der Mitteilung. «Durch konsequenten Einsatz von Videoüberwachung sollen künftig böswillige Beschädigungen reduziert werden.»

Diese Beschädigungen fallen in die Kategorie der «sonstigen Schadenfälle», die insgesamt von 345 auf 494 angestiegen sind. Darunter fallen auch «Manöverschäden in Depot/Garage» (12 Ereignisse), «Entgleisungen/Entdtrahtungen» (3) sowie alles weitere («Diverse Schäden und Vorfälle», 357).

Diese Bagatellschäden wurden 2016 erstmals detailliert erfasst, was damals zu einem markanten Anstieg der Zahlen führte. Im kommenden Jahr werden die VBZ wieder weniger Schadenereignisse ausweisen: «Da die meisten der Bagatellschäden keine versicherungstechnischen Folgen haben, werden diese ab 2019 nicht mehr in der Statistik aufgeführt.» (sda)

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