Die «Weltwoche» ging laut Gericht zu weit

Die Zürcher Uni-Professoren Svenja Goltermann und Philipp Sarasin haben mit Erfolg gegen das Blatt geklagt: Mehrere Artikel über sie waren persönlichkeitsverletzend.

Die Artikel über sie müssen gelöscht werden: Die Professoren Philipp Sarasin und Svenja Goltermann bei einem Gerichtstermin vor einem Jahr.

Die Artikel über sie müssen gelöscht werden: Die Professoren Philipp Sarasin und Svenja Goltermann bei einem Gerichtstermin vor einem Jahr. Bild: Walter Bieri/Keystone

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Von Oktober 2014 bis September 2015 behauptete die «Weltwoche» in einer Serie von Artikeln, an der Universität Zürich habe sich ein «Beziehungsdelikt» ereignet. Die Historikerin Svenja Goltermann sei nur deshalb als Dozentin berufen worden, weil sie in einer persönlichen Beziehung zu Geschichtsprofessor Philipp Sarasin gestanden habe. Dieser hätte bei der Wahl Goltermanns in den Ausstand treten müssen.

Gegen diesen Vorwurf wehrten sich die beiden, und das Bezirksgericht Zürich gab ihnen in seinem heute Donnerstag publik gemachten Urteil recht. Goltermann und Sarasin seien durch die Artikel «in ihrer persönlichen wie auch ihrer beruflichen Geltung» herabgesetzt worden. Weder der verantwortliche Journalist Philipp Gut, stellvertretender Chefredaktor der «Weltwoche», noch der Verlag hätten nachweisen können, dass die Behauptungen wahr sind oder wenigstens auf genügenden, insbesondere zuverlässigen Anhaltspunkten beruht hätten.

Schadenersatz muss die «Weltwoche» nicht zahlen. Sie muss den beiden aber eine Genugtuung von insgesamt 10'000 Franken zahlen und vor allem dafür sorgen, dass die entsprechenden Artikel gelöscht werden – im Online-Archiv der «Weltwoche», aber auch auch bei Google und in der Schweizer Mediendatenbank. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (hub)

Erstellt: 13.07.2017, 14:53 Uhr

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