Zum Hauptinhalt springen

Die Zürcher Regierungsrat-WG

Zur Kontaktpflege reisten drei Mitglieder der Kantonsregierung nach Davos. Das war zwar teuer, aber unter dem Strich bleibt ein Gewinn.

Trump hatte keine Zeit: Der Regierungsrat hat die Kosten für den WEF-Besuch aufgeschlüsselt.
Trump hatte keine Zeit: Der Regierungsrat hat die Kosten für den WEF-Besuch aufgeschlüsselt.
World Economic Forum / Benedikt von Loebell

Die BDP-Kantonsräte Marcel Lenggenhager und Rico Brazerol wollten dieses Jahr genau wissen, wie der Kanton Zürich am WEF in Davos vertreten war, welche Ziele er dort verfolgte und wie viel Geld er dafür ausgegeben hat. Nun hat der Regierungsrat ebenso genau geantwortet.

Den Kanton Zürich hat unter all den internationalen Grössen in Davos niemand Geringerer vertreten als Regierungspräsident Markus Kägi (SVP). Neben ihm reisten auch Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) und Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) ans WEF. Sie beide waren schon im Vorjahr dabei gewesen, damals mit Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP).

Nach Davos gereist sind die drei Regierungsräte mit einer Staatskarosse und mit der Bahn. Wer die Bahn benutzte und wer das Auto, geht aus der regierungsrätlichen Antwort nicht hervor. In Davos selbst haben sie sich dann zu Fuss, im Auto oder im Gratis-Ortsbus «verschoben», wie es im Militärjargon weiter heisst.

Interessant ist auch, wie die Zürcher in Davos untergebracht waren. Die männlichen Regierungsmitglieder haben wie schon letztes Jahr in einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung eine temporäre WG gebildet. Also in diesem Jahr waren das Kägi und Fehr und im letzten Fehr und Heiniger. Carmen Walker Späh übernachtete privat, was dem Kanton keine Kosten verursachte.

Dinner für Unternehmer

Was die Regierungsräte in Davos machten, wird nicht besonders genau geschildert. Die Rede ist von Kontaktpflege mit Politikern und Wirtschaftsvertretern. Zudem haben sie sich über das Sicherheitskonzept informiert und die Zürcher Kantonspolizisten besucht. Bemüht haben sie sich auch um einen Termin mit dem US-Präsidenten, allerdings erfolglos. Die Agenda von Donald Trump sei leider bereits voll gewesen, heisst es.

Bilder: Impressionen des 48. WEF

Davos rückt in den Fokus des medialen Interesses: Rund 340 Journalisten berichten vor Ort über die jährliche Konferenz.
Davos rückt in den Fokus des medialen Interesses: Rund 340 Journalisten berichten vor Ort über die jährliche Konferenz.
KEYSTONE/Gian Ehrenzeller
Helle Aufregung bei den Plane-Spottern: Die Spotter überbieten sich mit Bildern vom Flugplatz Dübendorf, wo Transportflieger und US-Helikopter stehen und darauf warten, Trump von Zürich nach Davos zu fliegen.
Helle Aufregung bei den Plane-Spottern: Die Spotter überbieten sich mit Bildern vom Flugplatz Dübendorf, wo Transportflieger und US-Helikopter stehen und darauf warten, Trump von Zürich nach Davos zu fliegen.
KEYSTONE/Walter Bieri
Abendveranstaltung für eine bessere Welt: Am ersten Abend zeichnete das WEF drei Künstler mit dem Crystal Award aus. (22. Januar 2018)
Abendveranstaltung für eine bessere Welt: Am ersten Abend zeichnete das WEF drei Künstler mit dem Crystal Award aus. (22. Januar 2018)
Denis Balibouse
1 / 16

Wie schon in den letzten fünf Jahren hat der Kanton Zürich mit dem Kanton Graubünden zusammen ein Unternehmerdinner organisiert, zu dem die geladenen Gäste per Car nach Davos gefahren wurden. Zu diesem Essen reisten auch Bruno Sauter, Chef des Amts für Wirtschaft und Arbeit (Awa), die Standortförderer Markus Assfalg und Matthias Inauen, Kommunikationschef Andreas Melchior und eine Lernende des Awa an. Wobei mit Ausnahme von Sauter alle gleichentags wieder nach Zürich fuhren.

600 Franken pro Polizist

Aufgelistet werden für die beiden BDP-Kantonsräte auch die Kosten des Zürcher Engagements am WEF: Die Wohnung von Kägi und Fehr kostete 3400 Franken, die Hotelübernachtungen von Sauter 1200 Franken, und der Zürcher Kostenanteil am Unternehmer-Dinner betrug 8660 Franken (inklusive Carfahrt). Allerdings dürfte für die Staatskasse unter dem Strich ein Plus resultieren. Denn für den Einsatz der Kantonspolizisten erhält der Kanton eine Entschädigung von 600 Franken pro Polizist und Tag. Für Beamten, die lediglich auf Pikett waren, gibts auch noch 200 Franken pro Tag. Wie viele Zürcher Polizisten im Einsatz waren, geht aus der regierungsrätlichen Antwort nicht hervor.

----------

Video: Der Tagi-Talk «Politbüro Züri» zur Stadtratswahl

Wer ergattert den 9. Sitz? Hannes Nussbaumer, Leiter Ressort Zürich, und Reporterin Rafaela Roth diskutieren über Irrungen und Wirrungen im Zürcher Wahlkampf. (Video: Lea Blum und Anthony Ackermann)

----------

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch