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Dietiker will Snack-Bar nur an Ausländer vermieten

Ein ehemaliger SVP-Richter bietet auf Homegate und Facebook ein Restaurant an – und stellt eine sonderbare Bedingung.

Diese Snack-Bar im Dietiker Industriegebiet wird für 3150 Franken an Ausländer vermietet. (Bilder: Hirzel Energie AG)
Diese Snack-Bar im Dietiker Industriegebiet wird für 3150 Franken an Ausländer vermietet. (Bilder: Hirzel Energie AG)

Der Unternehmer Max Hirzel hat auf der Plattform Homegate und auf seinem Facebook-Profil ein Inserat geschaltet, dessen Inhalt irritiert. «Restaurant, Snack-Bar ab sofort zu vermieten: Nur an Ausländer (Schweizer oder Bürger mit Schweizer Pass werden nicht berücksichtigt bei Bewerbung) Restaurant mit ca. 25 bis 30 Sitzplätzen, Gartenwirtschaft, genügend Parkplätze CHF 3'150.00 Monat inkl. Nebenkosten, ausser Strom und Wasser!»

Der Ur-Dietiker, so bezeichnet sich Hirzel selbst, weil er dort aufgewachsen sei und lange gelebt hat, hat auf das Inserat bereits rund 40 Bewerbungen erhalten, sagt er. Er konnte noch nicht alle sichten. Bei zehn Bewerbungen liege ein gutes Konzept für den Gastrobetrieb vor, beteuert er. Ziel sei ein Lokal, das Essen für die breite Bevölkerung anbietet und keine Bevölkerungsgruppe bevorzuge.

Aber wieso sollte diese Bedingung keine Bewerbung von Schweizerinnen oder Schweizern erfüllen? Der ehemalige SVP-Laienrichter hat dazu eine dezidierte Meinung: «Ausländer wollen etwas leisten und können noch krampfen. Sie können mit dem Lokal eine Existenz aufbauen und eine Familie ernähren.» Bei den jungen Schweizern dagegen fehle dieser Kampfgeist, deshalb würde eine Schweizer Bewerbung nicht infrage kommen. Obwohl die Schweizer Jugend die besten Ausbildungen durchlaufen würde, fehle ihr etwas: vernetztes Denken, ist Hirzel überzeugt.

Hat das Inserat geschaltet: Der ehemalige SVP-Richter Max Hirzel. Bild: zvg
Hat das Inserat geschaltet: Der ehemalige SVP-Richter Max Hirzel. Bild: zvg

Hirzel selber war war früher Mineralölhändler. Er verkaufte 2008 den Bereich Mineralölhandel seiner Firma Hirzel Heizöl und Transporte AG und arbeitet heute im Bereich Beratung, Research und Marktanalysen im Mineralölsektor. Zudem verwaltet er die eigenen Gewerbeimmobilien in der «Silbern» in Dietikon. Im Weiteren ist Hirzel Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank an der Limmat in Dietikon.

Angst, dass er mit diesem Inserat gegen den Rassismusartikel verstösst, hat der ehemalige Richter nicht. Hirzel war zwischen 2001 bis 2015 nebenamtlich am Bezirksgericht Bremgarten im Kanton Aargau tätig, wo er damals wohnte. Er kenne sich mit der Rechtslage aus. Die Fakten seien juristisch halt so, dass mit dem Rassismusartikel einzig und alleine fremde Menschen geschützt werden.

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