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Dolder-Besitzer mit 7 Millionen Franken gebüsst

Für Steuertricks mit 88 Gemälden bestraft der Zoll Urs Schwarzenbach. Dieser bestreitet die Vorwürfe.

Laut einer Strafverfügung der Zollbehörde hat Schwarzenbach «vorsätzlich» 11 Millionen Franken an Einfuhrsteuern hinterzogen.
Laut einer Strafverfügung der Zollbehörde hat Schwarzenbach «vorsätzlich» 11 Millionen Franken an Einfuhrsteuern hinterzogen.
Gaetan Bally, Keystone
Überreaktion des Zolls: Urs Schwarzenbach, Besitzer des Dolder Grand, wehrte sich nach der Razzia in seinem Haus im März 2017.
Überreaktion des Zolls: Urs Schwarzenbach, Besitzer des Dolder Grand, wehrte sich nach der Razzia in seinem Haus im März 2017.
Nicola Pitaro
Abgesperrt: Der Bereich, in dem die Lastwagen standen, ist für den restlichen Verkehr nicht zugänglich. (7. März 2017)
Abgesperrt: Der Bereich, in dem die Lastwagen standen, ist für den restlichen Verkehr nicht zugänglich. (7. März 2017)
Reto Oeschger
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Lange galt Urs Schwarzenbach als unbeschwerter Superstar unter den Kunstsammlern – ein Überflieger unter den Reichen. Doch die Massnahmen der Zollbehörde treffen ihn immer heftiger. Jetzt setzt es die zweite Millionenbusse: Die Oberzolldirektion hat Schwarzenbach Anfang Woche zu einer Busse von 7 Millionen Franken verurteilt.

Dies ist die neueste Entwicklung in einem seit Jahren anhaltenden Streit. Es geht um weltberühmte Werke von Pablo Picasso, Andy Warhol oder auch Marc Chagall im Gesamtwert von rund 100 Millionen Franken. Laut der Strafverfügung hat Schwarzenbach «vorsätzlich» 11 Millionen Franken an Einfuhrsteuern hinterzogen.

Die Busse liege im unteren Drittel des Strafrahmens, möglich wären 22 Millionen gewesen, steht im Entscheid, der noch nicht rechtskräftig ist. Sein Sprecher sagt auf Anfrage, Urs Schwarzenbach habe die Strafverfügung der Oberzolldirektion zur Kenntnis genommen und werde sie weiterziehen.

Weiterzug an die nächste Instanz

Der Kunstsammler ist bereits im Frühjahr vom Bezirksgericht Bülach ZH mit 4 Millionen Franken gebüsst worden, weil er laut Zollbehörde in seinem Privatflugzeug Kunstschätze in die Schweiz geschmuggelt hatte. Er zieht auch dieses Urteil an die nächste Instanz weiter.

Einige Werke passten aber nicht in Schwarzenbachs Privatjet. Für sehr grosse Bilder habe er für die Steuerhinterziehung die Galerie Gmurzynska am Paradeplatz in Zürich eingespannt, so der Vorwurf im neuen Entscheid. Galerien geniessen ein Zollprivileg. Sie können als Kunstverkäufer Werke zollfrei einführen. Doch in den bei Hausdurchsuchungen beschlagnahmten Dokumenten gebe es keinerlei Hinweise auf Verkaufsbemühungen der Galerie, steht im Entscheid. Es sei Schwarzenbach allein darum gegangen, für seine private Sammlung keine Abgaben zu zahlen.

Sein Verschulden sei «sehr schwerwiegend», schreibt die Zollbehörde. Schwarzenbach seinerseits spricht der Oberzolldirektion in diesem Fall die Zuständigkeit ab.

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Video: Razzia im Dolder

Deshalb wurden im Zürcher Luxushotel Dolder rund 30 Kunstwerke konfisziert. Video: Stefan Hohler und Lea Blum, Kunstwerk: Robert Indiana

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