Drei Sekunden später fliegt der Airbus vorbei

Am Flughafen Zürich kam es beinahe zu einem Zwischenfall mit einem Linienflugzeug und einem Feuerwehrfahrzeug.

Verwirrung um Rückfahrtsweg: So präsentierte sich die Situation am 10. Januar 2018.


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Der Feuerwehreinsatz, der mit einer Beinahekollision am Flughafen Zürich endete, begann mit einem Knall. Am 10. Januar 2018, um 15.17 Uhr, startet eine Easyjet-Maschine mit Ziel Amsterdam. Doch bereits kurz bevor das Flugzeug abhebt, vernimmt die Besatzung ungewöhnliche Geräusche und anschliessend einen Chlapf im Bereich des Fahrwerks, «wie es bei einem Defekt eines Reifens auftreten kann», heisst es in einem neu veröffentlichten Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust). Alarm wird ausgelöst, das Flugzeug entscheidet sich zur Umkehr nach Zürich, die Feuerwehr rückt aus.

Um 16.10 Uhr landet der Easyjet-Flieger sicher in Zürich und bleibt südlich der Piste 28 zwischen dem Pistenkreuz 16/28 auf der Piste 16 stehen. Da die Feuerwehr nichts Aussergewöhnliches am Flugzeug feststellt, beendet der Einsatzleiter den Einsatz. Er erteilt den Befehl, via «TWY Romeo 7 die Piste 16 zu verlassen» und zur Basis zurückzufahren. Dann kommt es zum Missverständnis.

Der Fahrzeugoffizier besteigt das Fahrzeug und erklärt dem Fahrer «im Sinne einer Zusatzinformation», wie es im Bericht heisst, dass die Kollegen normalerweise über «TWY Echo 5» zurück zur Basis fahren würden. Das irritiert den Fahrer. Er fragte nach: «Echo fünf?» Der Fahrzeugoffizier bestätigt: «Echo fünf.» Nun meint der Fahrer fälschlicherweise, er solle diesen Weg für die Rückfahrt nehmen. Dieser kreuzt allerdings die Piste 28.

Um 16.14 Uhr und 36 Sekunden fährt die Truppe los, der Fahrer wendet aber nicht 180 Grad nach der Easyjet-Maschine, sondern fährt geradeaus auf die Piste 28 zu, der Fahrzeugoffizier bemerkt dies nicht, weil er seine Ausrüstung verstaut und gar nicht bemerkt hat, dass seine Zusatzinformation den Fahrer verwirrt hatte. 28 Sekunden zuvor, um 16.14 Uhr und 8 Sekunden, erhielt die Besatzung eines Airbus A320 die Startfreigabe auf Piste 28.

Aufnahmen einer Webcam zeigen die kritische Situation. Bild: Screenshot/Sust-Bericht

Dann um 16.14 Uhr und 48 Sekunden löst das Warnsystem im Kontrollturm Alarm aus. Das Feuerwehrauto fuhr mit 40 Kilometern pro Stunde in Richtung Piste. Dann der Funkspruch an die Feuerwehr, sie solle sich von der Piste 28 fernhalten. Der Fahrer macht eine Vollbremsung, das Fahrzeug hält abrupt. Drei Sekunden später, um 16.14 Uhr und 59 Sekunden, überfliegt der Airbus das Pistenkreuz 16/28 in einer Höhe von rund 10 Metern. Dass das Fahrzeug unmittelbar vor der Grenze des Sicherheitsbereiches der Piste 28 und nicht erst innerhalb zum Stehen kam, war «rein zufällig». Die roten Markierungen, 75 Meter von der Pistenmitte entfernt, seien für die Feuerwehrleute aufgrund der fortgeschrittenen Dämmerung kaum erkennbar gewesen. Die Flugzeugbesatzung merkte von all dem nichts, heisst im Bericht.

Nach dem Vorfall hat die Flughafenfeuerwehr in einer Präsentation die Geschehnisse aufgearbeitet und Verbesserungsmassnahmen getroffen. (sip)

Erstellt: 23.12.2019, 15:07 Uhr

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