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Dümmer, als die Polizei erlaubt

Ein unbedarftes Liebespaar, ein verspielter Hund und ein ausgebüxtes Hängebauchschwein: Mit diesen und anderen Kuriositäten musste sich die Zürcher Polizei 2016 beschäftigen.

Zeichnung: Ruedi Widmer
Zeichnung: Ruedi Widmer

Der diesjährige Siegespokal für den nicht ganz ernst gemeinten Titel «Dümmer, als die Polizei erlaubt» gehört einem inzwischen bekannten Liebespaar: der Ex-Gefängnisaufseherin Angela Magdici und ihrem Geliebten Hassan Kiko. Dass die beiden nach der gemeinsamen Flucht nach Italien schon nach eineinhalb Monaten von der Polizei aufgespürt und verhaftet wurden, ist einem groben Anfängerfehler zu verdanken: Hassan Kiko rief mit seinem Handy einen Bekannten in der Schweiz an, die Polizei konnte das Paar orten. Dass die beiden zudem eine Videobotschaft veröffentlichten, war die Krönung ihrer Naivität.

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Zu den Klassikern der «dummen» Täter gehören jene Autolenker, die gleich mehrmals hintereinander in die Polizeifalle fahren. So wurde in Seuzach ein 48-jähriger Mann gleich viermal ohne gültigen Führerausweis erwischt und das innerhalb von vier Wochen. Die Kantonspolizei nahm ihm beim letzten Mal den Wagen ab und parkierte das Auto im Stützpunkt Winterthur. Als der Lenker zusammen mit einem Begleiter das Auto wieder abholte, setzte sich der Begleiter ans Steuer. Aber nur für kurze Zeit. Nach wenigen Hundert Metern konnten die misstrauisch gewordenen Kantonspolizisten beobachten, wie die beiden Männer ausstiegen und sich der 48-Jährige wieder ans Steuer setzte. Die Polizisten verhafteten den uneinsichtigen Lenker und stellten das Auto erneut sicher.

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Bei einer Geschwindigkeitskontrolle in Winterthur ist ein Lieferwagenlenker in der 50er-Zone geblitzt worden; jedoch mit nur geringer Tempoübertretung. Kurze Zeit später kam den Stadtpolizisten das Auto aus der Gegenrichtung erneut entgegen: mit 78 km/h. Der Lenker begründete sein Verhalten damit, er habe Angst gehabt, dass ihn die Polizei anhalten könne, deshalb habe er gewendet. Der Mann wurde wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln angezeigt.

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Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber. Nach dieser Redewendung erschien in Zürich ein Mann auf der Polizeiwache, weil er sich über drei erhaltene Ordnungsbussen unterhalten wollte. Die Abklärungen des Polizisten ergaben, dass dem Mann der Führerausweis entzogen worden war. Weil er im Gespräch mit dem Polizisten zugab, von seinem Wohnort nach Zürich gefahren zu sein, wurde ihm die Weiterfahrt verweigert und er wurde angezeigt.

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Bei den wohl dümmsten Räubern handelt es sich um einen 24-jährigen Tamilen und einen 17-jährigen Schweizer: Innerhalb einer halben Stunde haben die zwei jungen Männer fünf Überfälle verübt und dabei eine Beute von lediglich 140 Franken gemacht. Sie hatten in Zürich in der Umgebung Zoll-/Josef- und Langstrasse ihre Opfer jeweils mit einem Messer bedroht und teilweise leicht verletzt. Mehrere der Opfer alarmierten die Polizei. Diese entdeckte die beiden Räuber kurze Zeit später in einem Gebüsch und verhaftete sie.

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Im vergangenen Jahr sorgte sogar eine Schaufensterpuppe für Aufsehen. Eine Passantin meldete der Einsatzzentrale der Stadtpolizei, dass im Kreis 10 eine Frau regungslos in einem parkierten Auto liege. Als die Polizisten sich zum Wagen begaben, fanden sie keine Leiche, sondern zwei Schaufensterpuppen, die auf dem Beifahrersitz des Autos lagen.

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Ein Passant rief die Notrufnummer 117 an, weil sich auf einem Platz in Schwamendingen zwei Männer eine Schlägerei lieferten. Sofort rückte eine Streifenwagenpatrouille aus. Die Polizisten trafen aber nicht auf eine Schlägerei, sondern auf zwei Männer, die zusammen Judo übten.

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Ebenfalls in die Kategorie Irrtum gehört der Alarmanruf jenes Mannes, der in seiner Wohnung im Kreis 5 einen angeblichen Einbrecher überrascht und in der Toilette eingesperrt hatte. Bei den Abklärungen der ausgerückten Polizisten stellte sich heraus, dass es sich beim «Einbrecher» um einen Nachbarn handelte, der betrunken war und sich in der Wohnungstür geirrt hatte.

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In Schwamendingen war einer Frau ein Gegenstand hinter das Sofa gefallen. Um zu sehen, wo er ist, machte sie mit einem Feuerzeug Licht. Das hatte jedoch verheerende Folgen: Sie zündete mit der Flamme nämlich das Sofa an. Die Frau konnte das Feuer aber vor dem Eintreffen der Feuerwehr selber löschen.

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Ein Mann rief die Feuerwehr wegen eines Zimmerbrands. Er habe zudem das brennende Sofa aus dem Fenster geworfen. Vor Ort fanden die Rettungskräfte aber kein Feuer. Der Mann hatte lediglich zu viel Koks geschnupft.

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Ein Hund löste einen Feuerwehreinsatz aus. Eine Frau bemerkte einen stechenden Geruch in ihrer Wohnung und wusste nicht, woher dieser kam. Erst die Feuerwehr fand heraus: Es war Ammoniak. Die weiteren Ermittlungen führten dann zum Hund der Frau, der den Pfefferspray des Frauchens als Spielzeug missbraucht hatte.

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In der Zürcher Innenstadt fiel einer zivilen Polizistin in einem Tram ein stark hinkender Mann an einer Krücke auf. Er bettelte die Fahrgäste auf eine aggressive Art an. Die Frau wies sich als Polizistin aus und stieg mit dem «behinderten» Mann bei der nächsten Haltestelle aus. Plötzlich klemmte sich der Unbekannte die Krücke unter den Arm und rannte flink wie ein Wiesel davon.

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Und hier noch die Polizei als Freund und Tierhelfer. Auch 2016 musste die Kantonspolizei tiermässig ausrücken: Beim Schiffsteg Maur am Greifensee fingen die Polizisten ein Hängebauchschwein ein, das einen Fluchtversuch gemacht hatte. In Adliswil mussten sich die Gesetzeshüter mit einer Gruppe von Schafen herumschlagen, die ausgebrochen waren und sich in einem Garten gütlich taten. Und in Küsnacht konnten die Polizisten einen frauenlosen Hund dank dem Chip der Halterin zurückgeben. Bis die Frau beim Posten ankam, schlief dieser zufrieden auf der Dienststelle.

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