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Ein 170-Millionen-Sportzentrum für Zürich

Die Stadt will das grösste Zürcher Hallenbad in Oerlikon durch einen Neubau ersetzen und mit der nahen Eishalle zusammenlegen.

Die Eisbahn Oerlikon und das Oerliker Hallenbad (im Rücken des Betrachters) sollen zusammengelegt werden in einem neuen Sportzentrum rechts neben der Eisbahn. An Stelle der Eisbahn entstehen Fussballplätze.
Die Eisbahn Oerlikon und das Oerliker Hallenbad (im Rücken des Betrachters) sollen zusammengelegt werden in einem neuen Sportzentrum rechts neben der Eisbahn. An Stelle der Eisbahn entstehen Fussballplätze.
Beat Marti

Das Hallenbad Oerlikon ist baulich in einem schlechten Zustand. Zwar wurde das Bad 2006 umfassend saniert und 2015 die Technik erneuert. Doch der Zustand des Gebäudes macht mittelfristig einen Ersatzneubau erforderlich – einen teuren Ersatzneubau.

Die Stadt favorisiert nach Überprüfung der drei Varianten Instandstellung, Erweiterung oder Neubau Letzteren, ein kombiniertes «Sportzentrum Oerlikon». In dieses soll auch der Ersatzneubau der nahen Kunsteisbahn Oerlikon, der spätestens in 15 Jahren nötig wird, und ein Teil der Rasensportanlage Neudorf integriert werden. So könne das Erweiterungspotenzial für die Messe Zürich nebenan gesichert und sogar ein Werkhof von Grün Stadt Zürich integriert werden, schreibt die Stadt zur Ausgangslage.

Das Sportamt rechnet mit Kosten von gegen 170 Millionen Franken. Deutlich mehr als die 80 Millionen Franken, die der Stadtrat vor sieben Jahren für einen Ersatzneubau des Hallenbads einsetzte, ohne die Integration von Kunsteisbahn und Rasensportanlage. Im vierten Quartal 2018 wird sich der Gemeinderat voraussichtlich zum ersten mal mit dem Projektierungskredit und Wettbewerbsprogramm befassen. Geplant wird mit einem Baubeginn im Jahr 2024 und der Inbetriebnahme drei Jahre später.

Alter Gestaltungsplan aufgehoben

Bevor der Stadtrat aber den Projektierungskredit sprechen kann, muss das Betriebskonzept fertiggestellt und der herrschende Gestaltungsplan «Sportanlage Oerlikon» aus dem Jahr 1981 aufgehoben und das Areal damit wieder der Zone für öffentliche Bauten zugewiesen werden. Dieser liegt deshalb ab sofort bis zum 3. April 2018 öffentlich auf. Während dieser Frist können sich alle Personen zum Inhalt schriftlich äussern.

Wegen der relativ hohen Kosten für das Grossprojekt war dieses bereits vor einem Jahr im Gemeinderat umstritten, wie die «Schweiz am Wochenende» damals schrieb. So verglich die SVP die Kosten für den Bau mit der umfassenden Sanierung und Erweiterung des Hallenbades Uster – zum grössten Bad in der Schweiz – für knapp 40 Millionen Franken. Das ist weniger als ein Viertel der für Oerlikon veranschlagten Kosten.

1000 Besucher am Tag

«Finanzpolitisch ist das Projekt kaum vertretbar», sagte Martin Götzl, Fraktionschef der SVP im Gemeinderat, damals. Deshalb solle auf jegliches Beiwerk verzichtet werden. Positiver steht die SP dem Ersatzneubau gegenüber. Jean-Daniel Strub, Vizepräsident der SP-Fraktion im Gemeinderat, sagte, das Projekt habe eine hohe Dringlichkeit, weil das aktuelle Hallenbad erhebliche Mängel aufweise. Und er sprach dem Stadtrat sein Vertrauen aus. Dieser werde schon jene Lösung ausarbeiten, die mit dem bestmöglichen Kosten-Nutzen-Verhältnis aufwarte.

Die Hallenbäder Oerlikon und City sind die einzigen Bäder der Stadt mit 50-Meter-Becken. Und dementsprechend beliebt. Das Hallenbad Oerlikon zählte im Jahr 2015 durchschnittlich über 1000 Eintritte täglich, jenes in der City 1200. Alle sieben städtischen Hallenbäder zusammen werden täglich von über 3600 Personen besucht.

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