Ein halbe Million für den «Lämmerräuber»

Der Tierpark Goldau baut die Zuchtstation für Bartgeier aus. In Zukunft können bis zu sechs Brutpaare gehalten werden.

Im Tierpark Goldau erhalten die Bartgeier eine neue Voliere. Video: Lea Blum

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Seit rund zwanzig Jahren werden im Tierpark Goldau SZ, einem beliebten Zürcher Ausflugsziel, Bartgeier gezüchtet und die Jungvögel in den Alpen ausgewildert. Der Tierpark beteiligt sich am europäischen Erhaltungszuchtprogramm, bei dem bisher 233 junge Bartgeier erfolgreich im Alpenraum wieder angesiedelt wurden.

Nun baut der Tierpark sein Engagement aus, wie Martin Wehrle heute vor den Medien sagte. Der Tierarzt präsentierte die neue Zuchtstation, die sechs abgetrennte Areale umfasst, in welchen die Brutpaare ihre Jungvögel aufziehen können. Bisher bot die Anlage nur für drei Paare Platz. Gekostet hat das Ganze 430'000 Franken und wurde vollständig durch Spenden finanziert. Das den Medien gezeigte Brutpaar – das Männchen Felix ist 36 Jahre alt und das Weibchen Winnie 33 Jahre – hat dieses Jahr einen Jungvogel aufgezogen, der inzwischen in Spanien ausgewildert wurde.

Spannweite von bis zu drei Metern

Die Voliere für ein Brutpaar ist zehn Meter lang und fünf Meter hoch, laut Wehrle die ideale Grösse: «Wenn das Gehege zu gross ist, erhalten die Vögel beim Fliegen ein zu hohes Tempo und können sich am Gitter verletzen.» Die Zuchtstation liegt ausserhalb des eigentlichen Tierparks und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Allerdings gibt es im Park für Besucher ein Schaugehege mit einem weiteren Bartgeierpaar.

Der Bartgeier wird auch «König der Lüfte» genannt, da er mit einer Spannweite von bis zu drei Metern der grösste europäische Vogel ist. In der Schweiz wurde er Anfang des 20. Jahrhunderts ausgerottet, da man ihn als Lämmerräuber betrachtete, daher der frühere Namen «Lämmergeier». In Tat und Wahrheit isst der Bartgeier keine lebenden Tiere, sondern ernährt sich ausschliesslich von Aas, insbesondere von Knochen, welche ungefähr 80 Prozent der Nahrung ausmachen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.06.2019, 13:27 Uhr

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