Ein Küsnachter bodigt die Schaltergebühr der UBS

Die UBS erhebt neue Gebühren, wenn man Bargeld direkt in der Bank abheben will. Ein Kunde von der Zürcher Goldküste setzte sich dagegen mit Erfolg zur Wehr.

Für Bargeldbezug am Schalter verlangt die UBS eine Gebühr von zwei Franken.

Für Bargeldbezug am Schalter verlangt die UBS eine Gebühr von zwei Franken. Bild: Keystone

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Seit dem 1. Juli erhebt die UBS eine neue Gebühr von zwei Franken, wenn Kunden Bargeld am Schalter beziehen wollen. Eine Gebühr, die beim Küsnachter Udo Adrian Essers für Unmut sorgte. Der Anwalt, der über Bankvollmachten für Mandanten verfügt, reichte Widerspruch ein – und war damit erfolgreich. Essers kann nun weiterhin Bargeld am Schalter aller UBS-Filialen beziehen, ohne dafür zwei Franken zahlen zu müssen, wie er in einer Mail an die Redaktion schreibt.

Begründet hatte Essers seinen Widerspruch mit seiner Hemiparese, einer linksseitigen Bewegungseinschränkung. Er berichtet zudem von «Unverständnis, Ärger und Unmut» in seinem Bekannten- und Freundeskreis. Vor allem Menschen mit einer körperlichen Bewegungseinschränkung sowie ältere Menschen würden diskriminiert.

Missverhältnis bei Kosten

Für Igor Moser, Mediensprecher der UBS, ist die neue Schaltergebühr ganz klar keine Diskriminierung. «Menschen, die wegen einer körperlichen Beeinträchtigung nicht fähig sind, Geld am Bankomaten zu beziehen, müssen keine Gebühr bezahlen», betont er. Weiterhin seien Jugendliche und Studenten von der Gebühr befreit.

Bei älteren Menschen sei man gerade jetzt, da die Gebühr eingeführt worden sei, kulant. «Wenn jemand an den Schalter kommt, informieren wir ihn oder sie über die Gebühr und bieten an zu erklären, wie man Bargeld am Bankomaten abhebt», erläutert Moser das Vorgehen. Überhaupt informiere man alle Kunden gerne darüber, wie der Bargeldbezug am Bankomaten funktioniere.

«Rein betriebswirtschaftlich lohnt sich das Aufrechterhalten der Schalter nicht mehr.»Igor Moser, Mediensprecher UBS

Der Banksprecher bezeichnet die Wirtschaftlichkeit unter anderem als Grund für das Erheben der Gebühr. «Rein betriebswirtschaftlich lohnt sich das Aufrechterhalten der Schalter nicht mehr», sagt Moser. Es gebe nur noch wenige Menschen, die diese nutzen würden. «Jedes Jahr nimmt die Zahl der Transaktionen am Schalter um etwa zehn Prozent ab.» Dadurch stünden die Kosten für den Betrieb eines Schalters in einem Missverhältnis zur Zahl der Nutzungen.

Doch wie sieht es mit der Zahl der Beschwerden aus wegen der neuen Bankgebühr? «Es gibt vereinzelte Beschwerden, aber deren Zahl bewegt sich auf einem sehr tiefen Niveau», sagt Moser. Wie viele es genau sind, kann er nicht sagen. Regionale Anhäufungen von Beschwerden gebe es nicht. Die Zahl der Beschwerden ist am Zürichseeufer also nicht höher als anderswo in der Schweiz. Allerdings sind die Gebühren erst seit Montag in Kraft. Und wer zu den Kundengruppen gehört, die sich befreien lassen können, muss offensichtlich selbst aktiv werden, wie das Beispiel Essers zeigt.

Erstellt: 03.07.2019, 14:20 Uhr

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