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Ein Leben für Frauen und Bedürftige

Im Alter von 86 Jahren ist Emilie Lieberherr gestorben. Die Stationen ihres Wirkens.

«Ja, das war das Highlight meines Lebens.» An ihrem 80. Geburtstag erinnerte sich Emilie Lieberherr im Gespräch mit dem TA an den 1. März 1969, als sie in einem roten Mantel den Marsch der Frauen nach Bern anführte. Auf dem Bundesplatz verlas sie ihre Resolution für das Frauenstimmrecht, und dann griffen 5000 Frauen zur Trillerpfeife und pfiffen den Bundesrat aus.

Emilie Lieberherr, am 14. Oktober 1924 geboren, wuchs in Erstfeld im Kanton Uri auf, wo der Vater bei den SBB arbeitete. Im Internat Ingenbohl machte sie die Wirtschaftsmatur, im Warenhaus Oscar Weber in Zürich folgte ein Verkaufstraining, was sie nach eigener Aussage später für die Politik nutzen konnte. In Bern studierte sie – als Werkstudentin ohne Stipendium – Wirtschaftswissenschaften und schloss 1956 mit summa cum laude ab. Dann wollte sie etwas von der Welt sehen, fuhr mit dem Schiff nach Amerika und arbeitete in New York beim Schauspieler Henry Fonda ein Jahr lang als Kindermädchen.

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