Ein neues Gymi an absoluter Toplage

Jetzt ist entschieden, wohin die neue Zürcher Kantonsschule kommt: Nach Uetikon, direkt ans Ufer des Zürichsees. Zuerst muss dort aber ein Problem gelöst werden.

Blick auf die Chemiefabrik Uetikon, wo dereinst die neue Kantonsschule stehen soll. Bild: Sabine Rock

Blick auf die Chemiefabrik Uetikon, wo dereinst die neue Kantonsschule stehen soll. Bild: Sabine Rock

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Der Standort Uetikon am See hat sich durchgesetzt. Hier soll eine neue Kantonsschule entstehen, die Platz für mindestens 1000 Schülerinnen und Schüler bietet. Das hat der Zürcher Regierungsrat heute Dienstag mitgeteilt. Er hat dem Kauf eines Grundstücks auf dem Areal der CPH Chemie + Papier Holding AG zugestimmt und gelangt nun mit dem Antrag, eine neue Mittelschule zu gründen, an den Kantonsrat. Den Grundstückkauf selber kann der Kanton in eigener Regie abwickeln.

Mit dem Projekt einer neuen Kantonsschule reagiert die Regierung auf die steigenden Schülerzahlen. Bis 2027 erwartet der Kanton einen Anstieg um über 4000 Mittelschülerinnen und Mittelschüler. Bereits heute pendeln vom rechten Zürichseeufer über 1500 Schüler in die Stadt Zürich.

Das Grundstück, das der Kanton erwerben will, hat eine Fläche von 65'500 Quadratmetern und liegt direkt am See. Der Kaufpreis beträgt 52 Millionen Franken. Er beinhaltet einen Beitrag der CPH an die Entsorgung von belastetem Aushub und belasteter Gebäudesubstanz, die bei einer Umnutzung anfallen. Laut CPH-Sprecher Christian Weber trägt sein Unternehmen 80 Prozent der Sanierungskosten.

Die CPH Chemie + Papier, welche das Areal verkauft, übernimmt auch 80 Prozent der Kosten, die für die Sanierung des Seegrundes anfallen. Diese sind jedoch nicht im Kaufpreis berücksichtigt. Bis die Seegrundsanierung abgeschlossen ist, behält der Kanton 32 Millionen Franken des Kaufpreises zurück. Bei den Ablagerungen auf dem Seegrund vor dem CPH-Areal handelt es sich um Abfälle, welche auf die Betriebstätigkeit auf dem Industrieareal zurückgeführt werden.

52 Millionen Franken für ein über 65'000 Quadratmeter grosses Areal mit direktem Seeanstoss: Das sei ein «guter Preis», sagt Wolfgang Annighöfer. Er leitet die Abteilung Finanzen und Bauten der Bildungsdirektion. «Der Kanton hat gut verhandelt.» Allerdings gelte es den Preis zu relativieren. Erstens befinde sich das Areal aktuell in der Industrie- und Gewerbezone. Zweitens stehe das Gebäudeensemble der Fabrik unter Denkmalschutz. Drittens sei der Boden von Altlasten belastet. Alle diese Faktoren hätten einen – mässigenden – Einfluss auf den Preis

Gemeinde will das halbe Areal

Der Kanton benötigt für den Mittelschulstandort rund die Hälfte des Areals. Die andere Hälfte will die Gemeinde Uetikon dem Kanton für 26 Millionen abkaufen. Man stehe derzeit in Verhandlungen, sagt Gemeindepräsident Urs Mettler. Er zeigte sich sehr erfreut darüber, dass sich der Kanton für Uetikon als Standort entschieden hat.

Was die Gemeinde mit «ihrem» Teil des Grundstück machen wird, sei offen. Fest stehe, dass Kanton und Gemeinde miteinander eine Gesamtplanung für das Areal vornehmen werden. Es gebe «gewisse Ideen» in der Bevölkerung, wie das Areal genutzt werden könnte, doch der Fächer sei «weit offen». Gewiss sei, dass die Mehrheit der Bevölkerung einen öffentlichen Seezugang wünsche.

Bereits ab dem Schuljahr 2018/19 wird in Uetikon am See ein Provisorium für rund 500 Schülerinnen und Schüler errichtet. Es stellt sicher, dass die steigenden Schülerzahlen bis zur Fertigstellung der neuen Mittelschule aufgefangen werden können.

Stellenabbau bei CPH

Die CPH wird kurzfristig auf dem Areal weiterproduzieren – sie wird das Areal nach dem Verkauf für zwei Jahre zurückmieten. Die Firma wird auch nach der Schliessung des Standortes Uetikon weitermachen, mit Ausnahme der Düngerherstellung, welche mittelfristig eingestellt wird. Wo sie produzieren wird, ist aber offen.

Bereits fest steht, dass von der Einstellung der Düngerproduktion 11 Stellen betroffen sein werden; ebenfalls bereits klar ist, dass die Produktion von Molekularsieben nach China oder in die USA verlagert wird. 55 der heute 113 Mitarbeiter sind davon betroffen. Die Firma hat einen Sozialplan ausgearbeitet und wird einen Teil des Stellenabbaus mit Frühpensionierungen auffangen.

Erstellt: 22.03.2016, 11:13 Uhr

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