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Ein neues und ein halbes Kongresshaus für Zürich

Bei Stettbach beginnen die Bauarbeiten für ein Kongresszentrum, das bis zu 5000 Personen Platz bietet. Zürich arbeitet gleichzeitig an einer Zwischenlösung.

Visualisierung des Bauprojektes: Blick vom Bahnhof Stettbach her auf das Kongresszentrum in Dübendorf.
Visualisierung des Bauprojektes: Blick vom Bahnhof Stettbach her auf das Kongresszentrum in Dübendorf.
pd

In knapp zwei Wochen fahren in der Nähe des Bahnhofs Stettbach die Bagger auf. Am 7. Juli beginnt der Bau eines neuen Kongresszentrums unmittelbar an der Grenze zur Stadt Zürich. An der Zürcherstrasse in Dübendorf erstellen private Investoren ein Gebäude, in dem bis zu 3000 Personen sitzen und bis zu 5000 Konzertbesucher stehen können, wie die NZZ berichtet.

Das Bewilligungsverfahren läuft seit 2013. Knackpunkt waren Fragen zur Sicherheit und dem Verkehr. Laut dem Dübendorfer Stadtpräsidenten Lothar Ziörjen (BDP) konnten die Investoren befriedigende Lösungen präsentieren.

Betreiber bereits gefunden

Realisiert wird das Projekt von der Beka Global Solutions aus Küsnacht. Deren Geschäftsführer Peter E. Bodmer will von einer Konkurrenz zu den Stadtzürcher Häusern nichts wissen. Das Dübendorfer Kongresshaus sei grösser als der Standort am See, aber kleiner als das Hallenstadion. Trotzdem haben es die Verantwortlichen eilig. Bereits Ende 2016 sind erste Anlässe geplant, und 2017 soll die Halle voll in Betrieb gehen – im selben Jahr, in dem das Zürcher Kongresshaus saniert werden soll.

Laut Bodmer hat die Immobiliengesellschaft hinter dem Kongresszentrum bereits einen Vertrag mit einem Betreiber. Dieser wird für die Vermarktung der Halle zuständig sein. «Das Geld für den Bau komme von einer Reihe von Privatinvestoren», sagt Bodmer. Genauere Angaben will er nicht machen, zur Höhe der Baukosten sagt er ebenfalls nichts.

Dübendorf statt Zürich-West

Ein möglicher Kunde des Dübendorfer Kongresszentrums ist die Firma Maag Music & Arts. Ihre Haupthalle im Maag-Areal wird bei einer Sanierung des Kongresshauses vom Tonhalle-Orchester belegt, da die Tonhalle ab 2017 ebenfalls instand gestellt wird. «Für die Anlässe in der Eventhalle suchen wir auf Stadtgebiet eine Lokalität», sagt Maag-Mediensprecher Philipp Musshafen. Man sei guten Mutes, bald den neuen Ort bekannt geben zu können. Dübendorf komme dabei für einzelne Veranstaltungen infrage.

Derweilen schauen die Betreiber des Kongresshauses im Herzen Zürichs betont gelassen nach Dübendorf. Titus Meier, Direktor der Betreibergesellschaft, sieht das neue Angebot am Rand von Stettbach als «interessante Ergänzung» zu Kongresshaus und Hallenstadion.

Meier und sein Team bereiten sich derzeit auf die Sanierung des Kongresshauses am See vor. Stimmen die Stadtzürcher den aufwendigen Arbeiten zu, gehen dort während mindestens zweieinhalb Jahren die Bauarbeiter aus und ein. Um während dieser Zeit den Kongressstandort Zürich halten zu können, will die Betreibergesellschaft ein alternatives Angebot bereitstellen.

Und zwar nicht nur für die Zeit der Sanierung, die drei Jahre dauert. Gemäss Meier prüft man, den Übergangsstandort einige Jahre darüber hinaus zu betreiben. «Nur so kann man bei einer sehr guten Auslastung die Investitionen in eine Übergangslösung aus den eigenen Erträgen finanzieren», sagt er. Die Betreibergesellschaft erwirtschafte im Kongresshaus zwar einen kleinen Gewinn, für grosse Projekte liessen sich jedoch nicht kurzfristig mehrere Millionen aufbringen.

Drei Varianten für «kleines Kongresshaus»

Wie teuer ein Alternativstandort ausfallen würde, ist laut Meier derzeit noch offen. «Ein Neubau steht natürlich nicht zur Diskussion.» Man fasse eine Zwischen- oder Umnutzung eines bestehenden Gebäudes ins Auge. Aktuell prüft die Betreibergesellschaft drei Varianten.

Genaue Angaben kann Meier noch nicht machen, denn der Entscheid steht noch aus. Da die Übergangslösung bei weitem nicht so gross ausfällt wie das Kongresshaus, müsse man sich auf bestimmte Geschäftsfelder beschränken, sagt Meier. Zur Diskussion stehen Räume für Konzerte, Seminare oder Ausstellungen. «Alles zusammen lässt sich jedoch schwer unter einem Dach vereinen.» Klar ist: Der Alternativstandort wird sich auf Stadtgebiet befinden.

Kein Steuergeld für Zwischenlösung

Beim Entscheid werden die Finanzen der ausschlaggebende Faktor sein. «Im Kredit für die Sanierung des Kongresshauses ist jedenfalls kein Geld für eine Zwischenlösung vorgesehen», sagt Meier. Voraussichtlich im September wird der Gemeinderat über diesen Kredit abstimmen. Es geht um 140 Millionen Franken. Bewilligt das Parlament das Geld, entscheidet das Stimmvolk an der Urne.

Derweil arbeitet die private IG Kongresszentrum weiter am Projekt eines Neubaus auf dem Carparkplatz zwischen Hauptbahnhof und Platzspitz. Diese Idee sei nach wie vor realistisch, lässt sich Sprecher Robert Gubler in der NZZ zitieren. Während ein privater Investor bereitstehe, den Bau zu finanzieren, ist unter anderem eine alte Baulinie im Weg. Sie sieht vor, dass unter dem Carparkplatz ein Tunnel möglich sein müsste. Und es braucht die Zustimmung durch eine Volksabstimmung, um dort ein so grosses Gebäude erstellen zu können.

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