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Ein Meister im Wettpflügen und immer wieder Köppel

Der typische 1.-August-Redner ist männlich und SVP-Mitglied. Auch andere haben etwas zu sagen, wenn sie nicht wie Ständerätin Karin Keller-Sutter wieder ausgeladen werden.

Eher unüblich: Junge und Frauen sind an den Bundesfeiern am Rednerpult selten anzutreffen. In der Stadt Zürich gibt man auch dieses Jahr einer Kantonsschülerin das Wort.
Eher unüblich: Junge und Frauen sind an den Bundesfeiern am Rednerpult selten anzutreffen. In der Stadt Zürich gibt man auch dieses Jahr einer Kantonsschülerin das Wort.
Raisa Durandi

Bundesfeiern liegen dem Chefredaktor der «Weltwoche» und SVP-Nationalrat Roger Köppel offensichtlich besonders am Herzen. Als Mitte Mai die Gemeinde Rüti die 1.-August-Feier, bei der Köppel als Redner vorgemerkt war, absagen musste, liess er ausrichten: «Dann organisiert halt die ‹Weltwoche› die Feier.» Grund der Absage war, dass sich kein Verein für die Organisation zur Verfügung stellte.

Das war dann doch nicht allen recht, und so sprang der Reitverein Zürcher Oberland in die Bresche. Roger Köppel darf trotzdem reden – es wird seine sechste Ansprache am Bundestag sein. Sein Redemarathon beginnt bereits am Vorabend in Bonstetten kurz nach 18 Uhr, dann wird er nach Mägenwil AG weiterreisen, wo er um 20 Uhr als Festredner erwartet wird.

Auch die SP-Fehrs sind unterwegs

Am 1. August selbst spricht Köppel um 12 Uhr in Volken, um 19 Uhr in Boppelsen, um 20.20 Uhr in Neerach und um 21.30 Uhr eben in Rüti. Die SVP-Politiker sind morgen mit Abstand am häufigsten am Rednerpult anzutreffen. Das gilt auch für die Vertreter des Zürcher Regierungsrates: Ernst Stocker wird an vier Feiern sprechen: in Pfungen (31. Juli um 20 Uhr), Affoltern am Albis (11.35 Uhr), in Horgen (18.30 Uhr), in Dinhard (20.30 Uhr).

Die beiden SP-Fehrs sind allerdings mit drei Auftritten auch gut gebucht: Jacqueline Fehr wird in Feuerthalen (11 Uhr), in Rümlang (18.30 Uhr) und in Berg am Irchel (20.15 Uhr) darüber sprechen, was für sie die Schweiz bedeutet, Mario Fehr in Egg (11 Uhr), Wildberg (16.30 Uhr) und in Winkel (20 Uhr).

Der Abtretende tritt zweimal an

Auch Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) ist als Rednerin begehrt. Sie spricht um 11 Uhr in Meilen, um 19.45 Uhr in Urdorf und bereits eine Stunde später in Oberrieden. Der abtretende Baudirektor Markus Kägi (SVP) tritt in Buchs (18.45 Uhr) und in Niederglatt (20 Uhr) an.

Die beiden FDP-Vertreter haben es noch weniger streng: Regierungspräsident Thomas Heiniger spricht heute Abend um 20 Uhr in Thalwil, Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh am 1. August um 19.30 Uhr in Schwamendingen.

Zweimal eingeladen, zweimal ausgeladen

Die federführende Partei bei der Bildung des Bundesstaates scheint sich überhaupt weniger als Festrednerin aufzudrängen als die sogenannte Bauernpartei: So wurde die Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter zwar zweimal eingeladen, aber auch wieder ausgeladen – auch zweimal.

In Schmerikon musste die SVP ihre Feier absagen, weil zu wenig Anmeldungen vorlagen, im toggenburgischen Mosnang habe man der bekannten FDP-Politikerin einen Korb gegeben, weil die Gemeinde sich im Winter durch den Bau eines riesigen Adventskalenders finanziell verausgabt habe, berichtete die «Zürichsee-Zeitung».

Schriftsteller und Kloten Flyers

Es gibt aber auch vereinzelte Nicht-Politiker, die zum Volk reden werden: In den Stadtzürcher Quartieren Hirslanden und Hottingen wird Charles Lewinsky um 19.30 Uhr sprechen, in Bauma der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds Gottfried Locher (nach 10 Uhr), in Benken der ehemalige Trainer der Schweizer Ski-Nationalmannschaft Karl Frehsner (20 Uhr).

In Kleinandelfingen besteigt der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel, in Bassersdorf der Meteorologe Peter Wick die Rednertribüne. Die Wirtschaft kommt in Fällanden mit Avenir-Suisse-Direktor Peter Grünenfelder zu Wort.

In Dietlikon spricht der Strafrechtler Martin Killias, der als oberster Heimatschützer quasi ein Heimspiel hat, und in Regensdorf sieht der langjährige Konditionstrainer der Kloten Flyers, Hurti Wiedmer, den Puck in Sachen Helvetia. In Wil wird man speziell der Scholle verbunden sein: Es spricht Marco Angst, Schweizer Meister im Wettpflügen.

So feiert die Stadt Zürich

Die offizielle Bundesfeier in der Stadt Zürich beginnt um 7 Uhr in der Früh mit dem Geläut der Kirchenglocken und anschliessenden Salutschüssen beim Kolbenhof. Um 10.15 Uhr startet der Festumzug auf dem Werdmühleplatz, der über die Bahnhofstrasse zur Stadthausanlage beim Bürkliplatz führt.

Als Vorredner werden, wie es bereits Tradition ist, zwei Jugendliche amten – eine absolute Ausnahme unter den Redenden: Dieses Jahr sind dies Eva Tschopp von der Kantonsschule Stadelhofen und Flavio Moresi, Lernender bei der Zürcher Kantonalbank. Die Festansprache (nach 11 Uhr) hält FDP-Nationalrat Beat Walti. Danach herrscht Festbetrieb mit volkstümlichen Darbietungen unter der Moderation von Monika Fasnacht.

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