Ein Tierporno von der Stadtpolizei

Die Stadtpolizei Winterthur verbreitet Videos mit ziemlich expliziten Darstellungen. Weil normale Warn-Kampagnen bei Jugendlichen nicht funktionieren.

Dieses Video der soll Jugendliche vor dem Besitz von Tierpornos warnen. Video: Stapo Winterthur

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Die Stadtpolizei Winterthur hat mit der Schweizerischen Kriminalprävention sowie einer externen Agentur verschiedene Videos produziert, die in wenigen Sekunden vor dem sorglosen Umgang mit illegalen oder nicht jugendfreien Darstellungen warnen. Diese sind in ihrer Machart ziemlich explizit. So zeigen sie zu Beginn Szenen, wie sie in einem illegalen Video vorkommen könnten – bis dann der Bruch kommt und das Verbot respektive die Strafbarkeit ins Zentrum rückt.

In einem der Videos sieht man einen jungen Mann auf ein Feld zu einem Esel laufen, wobei er sich mit heruntergezogener Hose hinter das Tier stellt. Dann wird um die Szene ein Handy-Bildschirm und schliesslich vor dem Bildschirm ein Gefängnisgitter sichtbar. Dazu steht oben permanent der Slogan: «Tierpornos sind strafbar» und schliesslich folgt der Hinweis auf eine Webseite, die in altersgerechter Sprache weitere Informationen zur Rechtslage gibt und Hilfestellungen bieten soll.

Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich hat schon im Sommer über eine Zunahme von illegalen Videos auf den Handys von Jugendlichen informiert – konkret von pornografischem Material und Gewaltdarstellungen (lesen Sie hier, warum laut Fachleuten nicht alle Pornos gleich bedenklich sind). Die Winterthurer Stadtpolizei zieht mit ihrer Präventionskampagne nun nach.

Sonst eher trockenes Infomaterial

Auf die explizite Machart der Videos angesprochen, sagt Polizeisprecher Adrian Feubli: «Wir haben lange und intensiv darüber diskutiert.» Die Stadtpolizei habe sich im Vorfeld eingehend informiert. Bisher habe es zum Thema nur eher trockenes Infomaterial geben, das die Zielgruppe weniger gut erreiche.

«Wir wollten in den ersten Sekunden den Eindruck erwecken, es handle sich um ein reales Video.»Adrian Feubli, Polizeisprecher

Feubli nennt das Video einen «Türöffner». «Wir wollten in den ersten Sekunden den Eindruck erwecken, es handle sich um ein reales Video, um es dann abrupt abzubrechen und die Botschaft zu platzieren». Explizite Handlungen sehe man in den Videos nun nicht, nur Andeutungen. Natürlich könne man die Videos kontrovers diskutieren, sagt Feubli. «Wir sind aber der Meinung, die richtige Balance gefunden zu haben». (mcl)

Erstellt: 20.11.2019, 08:21 Uhr

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