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«Ein Wort der Reue ist ihm nie über die Lippen gekommen»

Dominik B. raste am 1. Mai 2008 mitten in die Menschenmenge. Am Donnerstag sagte ein ehemaliger Mitinsasse aus – der mit dieser Geschichte allerdings einen Haufen Geld verdienen wollte.

Glück im Unglück: Der Amokfahrer verfehlte den Kopf von Jérôme V. nur knapp.
Glück im Unglück: Der Amokfahrer verfehlte den Kopf von Jérôme V. nur knapp.
Tele Züri

«Er hätte mir halt nicht im Weg stehen sollen.» Das habe der Angeklagte Dominik B. über das Hauptopfer gesagt, behauptet am Donnerstag ein ehemaliger Mitinsasse vor dem Geschworenengericht. Der damals 18-jährige Thomaz wurde unter dem Auto eingeklemmt, über 78 Meter mitgeschleift und lebensgefährlich verletzt. Ein Wort der Reue sei dem Angeklagten nie über die Lippen gekommen. «Während der Untersuchungshaft habe ich auch nie etwas von Panik gehört», sagt der Zeuge.

Die Staatsanwältin als dumme Kuh bezeichnet

Vor den Geschworenen und dem Richter hatte der 32-jährige Angeklagte am Montag wiederholt beteuert, wie leid ihm alles tue und wie schwer er an seinem Fehler trage. Demgegenüber sagte der Mithäftling: «Er hat herumposaunt, dass er hier der prominenteste Insasse sei. Die Staatsanwältin hat er als dumme Kuh bezeichnet und den ganzen Vorfall ins Lächerliche gezogen.»

Dominik B. hatte in der siebenmonatigen Untersuchungshaft die Bekanntschaft des 42-jährigen Schweizers gemachte. Dieser steht allerdings selbst nicht in einem guten Licht. Der mehrfach Vorbestrafte musste einräumen, dass er mehreren Medien brieflich drei verschiedene Geschichten aus dem Knast angeboten hatte, darunter jene mit dem «Wahnsinnsfahrer». Er hoffte, dafür bis zu 10'000 Franken zu kassieren. Die Briefe wurden allerdings abgefangen, bevor sie die Adressaten erreichten. Schliesslich musste er sich mit einem 100-Franken-Informations- Honorar des «Blick» begnügen.

«Dominik sagte mir, er sei in Panik gewesen»

Ausserdem wurde ein zweiter Mithäftling befragt. Der 50-Jährige bezeichnete den ersten Zeugen als Drogenkranken. «Man nannte ihn Dr. H., aber für voll genommen hat ihn niemand.» Er habe sich von dieser Geschichte Vorteile versprochen – sogar der Staatsanwältin bot Informationen über Dominik B. an, sofern er in seinem eigenen Verfahren wohlwollend beurteilt werden.

Mit dem Angeklagten hatte der zweite Zeuge in der Untersuchungshaft häufig über die Amokfahrt vom 1. Mai gesprochen. «Dominik sagte mir, er sei in Panik gewesen. Ich glaube, ihm war damals gar nicht bewusst, was er macht.» Dominik habe ihm zwar weismachen wollen, er habe nichts davon gemerkt, dass er Menschen angefahren und mitgeschleift habe. «Das hat ihm jedoch niemand im Gefängnis geglaubt.»

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