Eine Grüne durch und durch

Bislang ist 2019 ihr Wahljahr, nun will die Präsidentin der Zürcher Grünen in den Ständerat.

Kantonsrätin seit 2019: Marionna Schlatter ist erst seit den kantonalen Wahlen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Foto: Reto Oeschger

Kantonsrätin seit 2019: Marionna Schlatter ist erst seit den kantonalen Wahlen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Foto: Reto Oeschger

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Der 24. März war der Tag von Marionna Schlatter. An diesem Wahltag wurde die Politikerin einer grösseren Öffentlichkeit bekannt. Als Parteipräsidentin war sie auf allen Kanälen, zusammen mit Martin Neukom strahlte sie in die Kameras. Die Grünen waren die Sieger, gewannen einen Sitz im Regierungsrat und neun zusätzliche Sitze im Kantonsrat. Auch die Hinwilerin Marionna Schlatter (39) wurde neu ins Parlament gewählt.

Im Jahr 2011, als die Soziologin das Präsidium der Kantonalpartei übernahm, befanden sich die Grünen in einer Phase der Stagnation. Und bei den Wahlen 2015 brachen sie ein, ihr Regierungsrat Martin Graf wurde abgewählt. Dieses Jahr aber triumphierten die Grünen wieder. So sehr, dass sie sich jetzt auch Gewinne in Bern erhoffen.

Bereits mit 15 Pilzkontrolleurin

Schlatter kandidiert auf dem zweiten Listenplatz für den Nationalrat und hat reelle Chancen, in die grosse Kammer gewählt zu werden. Auch dank ihrer Kandidatur für den Ständerat: Derzeit tritt sie fast täglich irgendwo auf, an einer Standaktion oder auf einem Podium. Sie vertritt dort die bekannten grünen Positionen: weg von Kohle und Erdöl, kompletter Umstieg auf erneuerbare Energien. Verbot von giftigen Pestiziden, Förderung der Artenvielfalt. Weniger Flüge, mehr Nachtzüge. Und mehr Velowege. Schutz des Kulturlandes – Schlatter war Mitinitiantin der Kulturlandinitiative, die vom Volk angenommen wurde. Im Sozialen und in der Bildung will sie eher mehr Geld ausgeben als sparen, die Gleichstellung aller Menschen ist für sie selbstverständlich.

Neben der Politik hat Schlatter eine zweite Leidenschaft, die selbst während des Wahlkampfes Platz im Terminkalender hat: das Pilzesammeln. Sie hat es von ihrem Vater gelernt, wurde mit 15 bereits diplomierte Pilzkontrolleurin und ist heute Instruktorin und Pressesprecherin der Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane der Schweiz. Wann immer möglich, geht sie mit ihren zwei Kindern in den Wald.


Vier Fragen an Marionna Schlatter

Soll das Rentenalter steigen, und wenn ja: auf wie viele Jahre?
Nein. Bereits heute finden Menschen über 50 keine Stelle mehr. Mit der Digitalisierung verschwinden noch mehr stellen.

Sollen Ölheizungen verboten werden?
Ja. Wir sollten keine neuen mehr bewilligen und Anreize setzen, damit die alten ersetzt werden.

Befürworten Sie das Rahmenabkommen mit der EU?
Es braucht ein Abkommen, doch beim vorliegenden gibt es noch viele Fragen zu klären.

Soll ein 80-jährigen 500'000 Franken teure Krebsbehanldung bekommen?
Beim Entscheid darf es nicht um das technisch Machbare gehen, auch die Lebensqualität muss ein Kriterium sein.

Wie die übrigen Kandidierenden diese vier Fragen beantwortet haben, sehen Sie hier.


In den kommenden Tagen stellt der TA alle Ständeratskandidierenden kurz vor, die sich am 20. Oktober zur Wahl stellen.

Erstellt: 28.09.2019, 11:28 Uhr

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