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Eine ungesunde Politik

Der Führungsstil von Claudia Nielsen hat negative Auswirkungen auf die städtische Gesundheitspolitik.

MeinungSusanne Anderegg

Die Stadtzürcher Gesundheitsvorsteherin Claudia Nielsen ist offensichtlich beratungsresistent. Wiederholte Kritik an ihrem Führungsstil hat die SP-Politikerin nicht beherzigt. Sie regiert unbeirrt weiter in einem Stil, der für ihre engsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht zum Aushalten ist.

Dass Departementssekretäre gehen, wenn ein neuer Chef kommt, ist üblich. Sie sind die wichtigsten Kaderleute einer Stadträtin oder eines Stadtrats und müssen zu diesen passen. Ist dies nicht der Fall, werden sie ausgewechselt. Manchmal auch mehrmals. Bei Claudia Nielsen ist die Fluktuation auf dieser Position aber aussergewöhnlich hoch. Zudem sind nicht nur viele Personen aus ihrem nächsten Umfeld, sondern auch weitere Kaderpersonen des Gesundheitsdepartements ihretwegen gegangen: weil die Chefin bis ins Detail dreinredet, weil sie oft einen gehässigen Ton anschlägt und weil sie Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden vermissen lässt.

Departementssekretäre sind hoch qualifiziert

Nielsens Führungsstil ist ungesund für die Betroffenen. Und er hat negative Auswirkungen auf die städtische Gesundheitspolitik. Departementssekretäre sind hoch qualifiziert und verfügen über ein grosses Wissen. Verlassen sie ihre Posten, geht dieses Wissen verloren. Politische Prozesse geraten ins Stocken.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Nielsen Jahre brauchte, um endlich eine Strategie für die beiden Stadtspitäler vorzulegen. Und dass diese Strategie schliesslich recht mutlos ausfiel. Um das Triemli und das Waid aus den roten Zahlen zu bringen, setzt die SP-Politikerin auf Wachstum und Kooperation. Visionär ist das nicht. Für eine neue Rechtsform lässt sie sich noch Zeit. Macht sie so weiter, drohen die Stadtspitäler von der Konkurrenz abgehängt zu werden.

Ins Stocken geraten ist auch die Tätigkeit der Stiftung Alterswohnungen. Seit Nielsen diese von Amtes wegen präsidiert, wurden kaum neue Wohnbau­projekte lanciert. Vielmehr war die Stiftung mit Reorganisationen und Führungswechseln beschäftigt. Gestaltet hat die SP-Stadträtin bisher wenig. Dafür müsste sie ihr Verhalten ändern. Denn für grosse Würfe braucht es Teamarbeit.

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