Zum Hauptinhalt springen

Elektronische Fussfesseln für Jugendliche

Der Kanton Zürich testet neue Überwachungsgeräte an jungen Straftätern aus dem Massnahmenzentrum Uitikon.

Zürich testet verschiedene Modelle: Eine elektronische Fussfessel, wie sie in anderen Kantonen schon eingesetzt wurde.
Zürich testet verschiedene Modelle: Eine elektronische Fussfessel, wie sie in anderen Kantonen schon eingesetzt wurde.
Gaetan Bally, Keystone

Anfang Juli hat im Massnahmenzentrum Uitikon ein Pilotversuch mit elektronischen Fussfesseln begonnen – neun Monate später, als ursprünglich vorgesehen. Jessica Maise, Sprecherin des Amts für Justizvollzug, bestätigte heute Donnerstag eine entsprechende Meldung von NZZ online. Sowohl GPS-gesteuerte als auch Radiofunk-Fussfesseln seien bereits erprobt worden.

Ursprünglich wollte der Kanton Zürich im Oktober 2014 als erster Kanton einen Test mit GPS-Fussfesseln starten. Dann wurde der Start auf März 2015 verschoben. Um Mängel am Überwachungsgerät auszumerzen, haben Mitarbeiter des Amtes für Justizvollzug und der Jugendanwaltschaften sich für freiwillige Tests zur Verfügung gestellt.

GPS-Technik bietet mehr Optionen

Mit der Radiofunk-Technik, die bereits in einigen Kantonen eingesetzt wird, ist es möglich zu prüfen, ob ein Hausarrest eingehalten wird. Die GPS-Technik bietet mehr Möglichkeiten. Damit kann beispielsweise eine Lockerung des Vollzugs überwacht werden. Der jeweilige Aufenthaltsort wird via Satellit erfasst und über das Mobilnetz an die Zentrale übermittelt.

An wie vielen Jugendstraftätern die elektronischen Fussfesseln bisher erprobt wurden, wollte das Amt für Justizvollzug nicht bekannt geben.

Der Zürcher Regierungsrat hat für die Kosten der ersten fünf Jahre inklusive des Pilotversuchs 7,4 Millionen Franken bewilligt. Wann das System definitiv eingeführt wird, hängt nicht nur von der Auswertung der Tests ab, sondern auch von Gesetzesänderungen auf Bundesebene, wie Maise sagte.

Viel günstiger als Gefängnis

Mit der elektronischen Fussfessel könnte viel Geld gespart werden. Denn ein Tag GPS-Fussfessel kostet rund 100 Franken, ein Tag im Gefängnis hingegen das Dreifache und jugendstrafrechtliche Massnahmen sind noch teurer.

SDA/hub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch