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Endlich geschieht etwas

Die Zürcher Regierung zwingt eine Gemeinde, alten Leuten Geld fürs zu teure Altersheim zurückzuzahlen. Es ist aber zu befürchten, dass dies ein Einzelfall bleibt.

Viele Leute haben Angst, gegen Altersheime vorzugehen. Bild: Keystone
Viele Leute haben Angst, gegen Altersheime vorzugehen. Bild: Keystone

Es kommt Bewegung in die schwierige Debatte um zu teure Altersheimplätze. Viele Senioren und ­Seniorinnen beklagen sich seit Jahren, dass sie die ständig ­steigenden Kosten für den Heimplatz kaum mehr bezahlen können. Die Politik in Bern hat das Dossier lange verschlafen.

Doch jetzt sind innert kürzester Zeit zwei wichtige Entscheide gefallen. Mitte August entschied das Bundesgericht, dass ­Kantone und Gemeinden künftig die Restkosten bei der ­Finanzierung der Pflege alter Leute vollumfänglich über­nehmen müssen. Das entlastet die Heime und sollte sie daran hindern, ihre Defizite in der Pflege mit überteuerten Taxen für Pension und Betreuung auf die Bewohner und Bewohnerinnen abzuwälzen.

Ein Etappensieg ist auch der neuste Beschluss des Zürcher Regierungsrates. Seit über fünf Jahren wehrt sich eine hochbetagte Frau gegen ihre Zürcher Wohngemeinde, weil sie für die Betreuung und Pension zu hohe Taxen verlangt hat. Der Regierungsrat gibt ihr in wichtigen Punkten recht. Das Heim muss den Bewohnern Geld zurückzahlen. Der Kampf hat sich gelohnt.

Weder Ressourcen noch Know-how

Doch wie viele alte Leute können sich das leisten? Wer hat schon die Ressourcen und die Unterstützung, sich so zu wehren? Und auch: Wer traut sich, gegen das Altersheim vorzugehen? Viele alte Leute haben Angst. Es ist deshalb zu befürchten, dass dies ein Einzelfall bleibt. Denn es fehlen rigorose Kontrollen – nicht nur bezüglich der Qualität der Pflege, sondern auch in Sachen Buchhaltung. Die Bezirksräte, welche beispielsweise im Kanton Zürich für die Kontrollen der Heime zuständig sind, haben weder die Ressourcen noch das Know-how, um den Heimen im Detail in die Akten zu schauen.

Der Preisüberwacher fordert jetzt von den Kantonen verschärfte Kontrollen, um weitere Fälle aufzudecken. Damit dies auch wirklich passiert, wird es grosse Anstrengungen brauchen, um ein effizientes Kontrollsystem einzurichten.

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