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Zürich fiebert dem Fussball-Start entgegen

Bis zu 18'000 Fans werden am Sonntag im Letzigrund zum Derby erwartet. Beat Schlatter kanns kaum erwarten.

Jeder Club braucht Fans, die hinter ihm stehen: Die Grasshoppers feiern hier den 2:0-Sieg gegen Lausanne-Sport im Juli 2016 im Letzigrund.
Jeder Club braucht Fans, die hinter ihm stehen: Die Grasshoppers feiern hier den 2:0-Sieg gegen Lausanne-Sport im Juli 2016 im Letzigrund.
Patrick B. Kraemer, Keystone
Support neben dem Fussballfeld: Fans des FC Zürich fiebern in der Südkurve für ihr Team, im Mai 2017.
Support neben dem Fussballfeld: Fans des FC Zürich fiebern in der Südkurve für ihr Team, im Mai 2017.
Urs Jaudas
Derby-Kampf vor dramatischer Kulisse: Der FC Zürich kämpft im Stadion Letzigrund gegen die Grasshoppers, Dezember 2013.
Derby-Kampf vor dramatischer Kulisse: Der FC Zürich kämpft im Stadion Letzigrund gegen die Grasshoppers, Dezember 2013.
Steffen Schmidt, Keystone
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Beat Schlatter nennt es einen «irrsinnigen Auftakt». Der Kabarettist spricht euphorisch vom Fussballspiel am Sonntag, dem Saisonstart. Dann treffen die beiden Stadtzürcher Fussballclubs GC und FCZ endlich wieder aufeinander. Für Schlatter, glühender FCZ-Fan, ist das ein Spiel, dem er freudig entgegenfiebert, weil es grossartig sei, mit einem Derby zu starten – und weil der erste Gegner des FCZ nicht gleich der übermächtige FC Basel ist. Schlatter tourt zurzeit mit seinem neuen Film «Flitzer» durch die Schweizer Open-Air-Kinos und «wir haben dann jeden Abend vor allem ein Thema: Fussball und der FCZ».

Wie Schlatter fühlen sich zurzeit Tausende Fans. Bisher sind 12'000 Tickets für das Spiel verkauft worden. Der Grasshoppers Club rechnet bei Anpfiff mit 15'000 bis 18'000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Und das trotz Ferienzeit. Zudem haben beide Clubs bisher rund 6200 Saisonkarten verkauft. Bei GC ist das rund ein Drittel mehr als im letzten Jahr. Auch der FCZ erwartet laut Mediensprecher Suha Demokan punkto Saisonkarten einen Rekord: «Wir werden mehr als 6700 Saisonkarten verkaufen.»

15 Monate gewartet

Der Grüne Luca Maggi teilt Schlatters Euphorie. Der Stadtzürcher Jungpolitiker freut sich ganz besonders auf die spezielle Stimmung, wenn aus allen Quartieren wieder Menschen Richtung Letzigrund strömen, die FCZ-Schals und T-Shirts tragen.

Die Saison mit einem Derby zu starten, sei natürlich sehr speziell, sagt Maggi. 15 Monate musste er auf diesen Moment warten. Im April 2016 fand das letzte Derby statt und endete mit einem 1:1. Damals kamen mit 10'000 Zuschauern und Zuschauerinnen bei weitem nicht so viele, wie nun erwartet werden.

Gavric hat den Abstiegsschmerz überwunden

Unter den Zuschauern am Sonntag wird auch Ex-Bachelor und Zürcher Bar-Besitzer Vujo Gavric sein – und für den FCZ fanen. Als ehemaliger Junior des Clubs bleibt er seinem FCZ treu. Er freut sich besonders, dass der Club wieder in der besten Schweizer Liga spielt. Den Abstieg vor einem Jahr hat er inzwischen «überwunden». Das Beste ist für ihn: «Endlich weiss ich wieder, was tun am Wochenende und wo ich meine Freunde treffe.»

Einer der ganz grossen GC-Fans wird am Sonntag im Stadion fehlen. TV-Moderator Roman Kilchsperger ist dann bereits in den Ferien. Das ärgert ihn sehr, wäre er doch zu gern am Derby gewesen. Er sagt: «Diese Liga-Funktionäre sind Clowns! Wie man es schafft, das Zürcher Derby immer wieder in die Sommerferien zu planen, bleibt deren böses Geheimnis. Egal, wer dafür verantwortlich ist – sofort auswechseln!»

Im Zweifel für den Schwächeren

Die beiden Clubs lassen sich die Stimmung trotz Ferienzeit nicht vermiesen. Bei beiden heisst es, die Vorfreude auf das Derby sei sehr gross. GC-Vermarktungsleiter José M. San José sagt: «Wir bekommen von innerhalb und ausserhalb des Clubs sehr positive Feedbacks.»

Wird in Zürich Fussball gespielt, fiebern Fans aber nicht nur im Stadion mit, sondern zum Beispiel auch in der Kultbeiz El Lokal in der Nähe des Hauptbahnhofs. Dort werden herausragende Spiele gezeigt. Fussballkenner und Besitzer Viktor Bänziger hält sich aber diplomatisch zurück. Er sagt mit einem Augenzwinkern: «Ich fane nicht. Bin immer für die Teams aus Züri, im Derby für den Schwächeren. Und den kennen wir momentan ja nicht.»

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