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«Er hat vielen das Leben gerettet»

Am Samstag verstarb der 91-jährige Pfarrer Ernst Sieber. Kirchenvertreter und Politiker sprechen ihm ihren Dank aus.

Er hatte sich zeitlebens für Obdachlose, Randständige und Süchtige eingesetzt: Pfarrer Ernst Sieber ist am Samstag, 19. Mai 2018, verstorben. (Video: Tamedia/SDA)

Nach dem Tod des Zürcher Seelsorgers Ernst Sieber haben Politiker und Kirchenvertreter den Obdachlosen-Pfarrer in sozialen Medien gewürdigt und ihm ihren Dank ausgesprochen. Er habe vielen Menschen das Leben gerettet, schrieb die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch.

Mauch hielt auf ihrer Facebook-Seite am Sonntagabend fest, Pfarrer Sieber habe unzähligen Zürcherinnen und Zürchern geholfen. «Vielen von ihnen hat er gar das Leben gerettet.» Er habe sich immer für die weniger Privilegierten in der Gesellschaft eingesetzt. Seine nicht zu übertreffende Menschenliebe sei eindrücklich gewesen und werde der Stadt Zürich fehlen.

Pfarrer Ernst Sieber ist am Samstag, 19. Mai 2018, verstorben. Laut seiner Familie ist er friedlich eingeschlafen.
Pfarrer Ernst Sieber ist am Samstag, 19. Mai 2018, verstorben. Laut seiner Familie ist er friedlich eingeschlafen.
Pascal Bloch, Keystone
Pfarrer Ernst Sieber in jungen Jahren. Aufgewachsen ist er in Horgen.
Pfarrer Ernst Sieber in jungen Jahren. Aufgewachsen ist er in Horgen.
Privatarchiv
Für sein Lebenswerk wurde Ernst Sieber mit dem «Prix Courage Lifetime Award» ausgezeichnet (17. November 2017).
Für sein Lebenswerk wurde Ernst Sieber mit dem «Prix Courage Lifetime Award» ausgezeichnet (17. November 2017).
Ennio Leanza, Keystone
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Auch die Zürcher Regierungsrätin und Direktorin der Justiz und des Innern, Jacqueline Fehr, bekundete auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ihre Trauer und ihren Dank: «Ein grosses Herz schlägt nicht mehr. Pfarrer Sieber war die personifizierte Mahnung, dass wir uns in unserer Menschlichkeit im Hier und Jetzt bewähren müssen.»

«Gelebte Frohe Botschaft»

Die Katholische Kirche des Kantons Zürich würdigte den Reformierten Sieber als Menschen, der ein feines Gespür dafür gehabt habe, was Obdachlose und Notleidende am Dringendsten bräuchten: «Einen Ort, wo temperaturmässig und menschlich Wärme geschenkt wird. Dein Wirken war überzeugend gelebte Frohe Botschaft!», hiesst es auf dem Twitter-Account der Kirche.

Der katholische Einsiedler Abt Urban Federer meinte auf Twitter: «Danke für jeden Einsatz für Menschen in Not!» Unzählige Bürger zollten in Äusserungen in den sozialen Medien Respekt vor dem Engagement Siebers. Einige forderten die Errichtung eines Denkmals oder etwa die Benennung einer Strasse nach dem bekannten Seelsorger.

Auch der Zürcher SVP-Kantonsrat Claudio Schmid trauert um Pfarrer Sieber.

Daniel Leupi, Zürcher Stadtrat und Grünen-Politiker, dankt dem engagierten Pfarrer Sieber ebenfalls über Twitter:

Auch CVP-Nationalrätin und Zürcherin Kathy Riklin bedankt sich für den Einsatz von Pfarrer Sieber für Obdachlose, Drogenabhängige und Randständige.

Die Comedienne Pony M. verabschiedet sich über Facebook von Sieber. Sie mahnt aber auch: Statt nur «R. I. P.» zu posten, solle man selbst aktiv werden. Und sie fordert zum Spenden für die Stiftung Sozialwerke Pfarrer Sieber auf.

Der evangelisch-reformierte Zürcher Pfarrer Ernst Sieber war am Samstag im Alter von 91 Jahren gestorben. Er hatte sich als Seelsorger, EVP-Nationalrat (1991 bis 1995) und als Kopf seines Sozialwerks für Obdachlose, Randständige und Süchtige eingesetzt. Dessen Lieblingsprojekt war der «Pfuusbus», ein alter Sattelschlepper, der im Winter 40 Schlafplätze für Obdachlose bietet. Sieber war als Pfarrer in Uitikon-Waldegg und in der Kirchgemeinde Zürich-Altstetten tätig.

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