Zum Hauptinhalt springen

Es geht vorwärts mit dem neuen Tram

Die Beschwerde gegen den Zürcher Tramkauf hat laut dem Verwaltungsgericht keine aufschiebende Wirkung. Das öffentliche Interesse wiege stärker.

Computervisualisierung des Trams «Flexity 2», das künftig durch Zürich fahren soll. Bild: Stadtrat Zürich
Computervisualisierung des Trams «Flexity 2», das künftig durch Zürich fahren soll. Bild: Stadtrat Zürich

Die Verkehrsbetriebe Zürich können mit Bombardier die Produktion einer neuen Generation von Zürcher Trams vorantreiben. Das Verwaltungsgericht Zürich hat die Beschwerden von Stadler Rail und Siemens gegen die Vergabe des Auftrags zum Bau von 70 Trams teilweise abgewiesen. Es entschied, dass ihnen keine aufschiebende Wirkung zukomme und gewichtete das öffentliche Interesse für neue Trams stärker.

Obwohl der Endentscheid noch aussteht, deutete das Gericht an, dass eine «überwiegende Wahrscheinlichkeit» für die Abweisung der Beschwerden spräche. Denn die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) hätten bei der Vergabe des Auftrags im Mai 2016 das Recht nicht verletzt.

Stadler und Siemens sind noch unentschieden

Stadler Rail hatte beantragt, der Zuschlag an Bombardier sei aufzuheben und das Verfahren neu durchzuführen. Laut Siemens' Antrag hätte Bombardier der Zuschlag genommen und Siemens erteilt werden sollen. Denn Siemens habe unter anderem günstiger offeriert.

Das Verwaltungsgericht notierte zum Antrag von Stadler Rail, das Vergabeverfahren sei «ausreichend transparent» gewesen. Zu jenem von Siemens erklärte das Gericht, es sei zulässig gewesen, das Angebot von Bombardier höher zu bewerten - aufgrund des technischen und betrieblichen Nutzens sowie des Nutzens für die Kunden.

Ihre Beschwerden könnten Siemens und Stadler Rail ans Bundesgericht weiterziehen. Das würde nochmals für Verzögerungen sorgen. Auf Anfrage äusserten sich beide Unternehmen zurückhaltend. Man prüfe nun den Beschluss des Verwaltungsgerichts und werde anschliessend über das weitere Vorgehen entscheiden.

Die Zeit drängt

Bei den VBZ nimmt man den positiven Entscheid «sehr erfreut zur Kenntnis», wie Mediensprecher Andreas Uhl sagt. Die Begründung des Gerichts lasse den Schluss zu, dass auch der Endentscheid zur Trambeschaffung im Sinne der VBZ ausfallen werde. Wann das erste neue Bombardier-Tram durch Zürich fahren wird, könne niemand vorhersagen. Nach dem definitiven Gerichtsentscheid müsse man mit Bombardier den Vertrag zügig aktualisieren.

In der Branche rechne man in der Regel von der Vertragsunterzeichnung bis zum Auslieferungstermin mit etwa 18 Monaten. Laut Uhl drängt jedoch die Zeit. Es brauche dringend neue Trams.

In Basel fährt das Tram schon

Die VBZ haben im Mai 2016 den Auftrag an die kanadische Firma Bombardier vergeben, 70 Trams für Zürich zu bauen. Die Kosten liegen bei 358 Millionen Franken. In einer zweiten Phase könnten nochmals 70 Trams nachbestellt werden. Ursprünglich hätten die neuen Trams von 2016 bis 2023 geliefert werden sollen.

Das «Flexity 2»-Tram von Bombardier ist seit 2009 im Einsatz. Es fährt im englischen Blackpool, im australischen Queensland, in den belgischen Städten Antwerpen und Gent und nicht zuletzt seit vergangenem Herbst in Basel.

SDA/hub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch